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Bloom Energy: KGV von 140 – welche Wachstumsrate die Bewertung rechtfertigt

Der Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy notiert beim 140-fachen Gewinn. Eine Verdopplung der Gewinne würde die Bewertung auf das Niveau der Branche drücken.

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Bloom Energy: KGV von 140 – welche Wachstumsrate die Bewertung rechtfertigt

Der Ausgabenrausch der großen Technologiekonzerne für künstliche Intelligenz (KI) hat das Geschäft von Bloom Energy grundlegend verändert. Der Hersteller von Wasserstoff-Brennstoffzellen profitiert von der wachsenden Nachfrage nach netzunabhängiger Stromversorgung, doch die Gewinne des Unternehmens hinken dem hochbewerteten Aktienkurs weiterhin hinterher. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie mit dem Ticker BE liegt aktuell bei rund 140x – ein Wert, der nur dann zu rechtfertigen ist, wenn die Gewinne weiter kräftig steigen.

Das KGV von Bloom Energy ist im Oktober deutlich gefallen. Dafür gab es zwei Ursachen: Zum einen sank der Aktienkurs, zum anderen veröffentlichte das Unternehmen seine Quartalszahlen für das dritte Quartal. Beide Faktoren zusammen sorgten dafür, dass das TTM-KGV – also das KGV über die letzten zwölf Monate – von über 350x auf rund 140x fiel. Der spannendste Teil dieser Entwicklung sind jedoch die Gewinne selbst.

Im dritten Quartal stiegen die Umsätze von Bloom Energy um 138 Prozent im Jahresvergleich. Haupttreiber war ein Anstieg der Umsätze aus dem Verkauf von Brennstoffzellen um 179 Prozent. Die Brennstoffzellen des Unternehmens können eine netzunabhängige Stromversorgung bereitstellen. Dadurch können Rechenzentren für künstliche Intelligenz lokale Versorger umgehen und schneller ans Netz gehen.

Die bereinigten Gewinne pro Aktie haben sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt

Der enorme Umsatzanstieg trieb die bereinigten Quartalsgewinne auf 0,94 US-Dollar pro Aktie – ein Anstieg um 0,78 US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Für die TTM-Gewinne bedeutet das eine erhebliche Veränderung, denn ein kleinerer bereinigter Gewinn fällt weg, während ein deutlich größerer Gewinn hinzukommt. Die bereinigten Gewinne pro Aktie sind von 0,45 US-Dollar vor vier Quartalen auf 0,94 US-Dollar gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 100 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

Interessant ist, wie sich diese Gewinnentwicklung auf die Bewertung auswirkt. Würde Bloom Energy die Gewinnwerte aus dem dritten Quartal lediglich aufrechterhalten, sänke das KGV bereits auf 60x. Das ist immer noch ein hoher Preis, aber weit vernünftiger als das KGV von 350x, das nicht allzu lange zurückliegt. Würden sich die Gewinne erneut verdoppeln, fiele das KGV auf 30x – und läge damit sogar leicht unter dem Durchschnitt einer Technologieaktie. Zum Vergleich: Der branchenübliche Durchschnittswert liegt bei rund 32x.

Allerdings gibt es eine wichtige Nuance. Das KGV besteht aus zwei Komponenten: dem Aktienkurs und dem Gewinn. Es sinkt also nicht nur, wenn die Gewinne steigen, sondern auch, wenn der Aktienkurs fällt. Genau das geschah Anfang Oktober. Blieben die Gewinne unverändert und würde sich der Aktienkurs halbieren, fiele das KGV ebenfalls auf 30x. Beide Komponenten spielen eine wichtige Rolle.

Bereits am 3. Oktober 2026 berichtete aktien.news über ein KGV von 380

Die aktuelle Bewertungsdebatte hat eine Vorgeschichte. Bereits am 3. Oktober 2026 berichtete aktien.news, dass das KGV von Bloom Energy bei einem erschreckenden 380-fachen liege. Damals hatte das Unternehmen jahrelang Verluste verbucht, während es an seinen Wasserstoff-Brennstoffzellen arbeitete. Selbst als die Technologie Fortschritte machte, blieb unklar, ob daraus eine enorme Marktchance entstehen würde. Künstliche Intelligenz hat diese Geschichte dramatisch verändert – mit einem entscheidenden Haken: Die Wall Street hat bereits viel Positives eingepreist.

Am 27. Oktober 2026 berichtete aktien.news, dass Bloom Energy einen Anstieg des Quartalsumsatzes um 138 Prozent meldete, die Profitabilität deutlich verbesserte und die Prognose für das Gesamtjahr anhob. Dennoch fiel der Aktienkurs um mehr als 40 Prozent von seinem Hoch – einschließlich eines Einbruchs unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ergebnisse. Diese Diskrepanz unterstreicht eine wichtige Lektion: Das Geschäft eines Unternehmens kann außergewöhnlich gut laufen, während die Aktie enttäuschende Renditen liefert.

Schon am 30. September 2026 hatte aktien.news berichtet, dass sich die Aktie von Bloom Energy innerhalb von fünf Jahren um den Faktor 16 vervielfacht hat. Ein Aktienpaket im Wert von 10.000 US-Dollar, das zu den Schlusskursen vom 29. September 2021 bei 18,55 US-Dollar je Aktie gekauft wurde, war Ende September 2024 nur noch rund 5.800 US-Dollar wert. Heute bringt dasselbe Paket etwa 160.000 US-Dollar auf die Waage. Der Kurs des Brennstoffzellenherstellers lag zum Zeitpunkt des Schreibens nahe 298 US-Dollar. Da Bloom keine Dividende ausschüttet, resultiert der gesamte Zuwachs ausschließlich aus der Kursentwicklung.

Am 7. Oktober 2026 berichtete aktien.news über eine Analyse des US-Finanzdienstes The Motley Fool, die der Frage nachging, ob Bloom Energy im Oktober 2026 eine hervorragende KI-Aktie zum Kauf ist. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass die Verbreitung der künstlichen Intelligenz eine steigende Stromversorgung erfordert. Die verwendeten Aktienkurse entsprachen den Schlusskursen vom 4. Oktober 2026, das zugehörige Video wurde am 6. Oktober 2026 veröffentlicht.

Für deutsche Anleger bleibt Bloom Energy eine Anlage mit hohem Risiko

Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung wichtig: Bloom Energy wurde in den KI-Handel hineingezogen, den viele Beobachter inzwischen als Blase fürchten. Investoren prüfen Tech-Aktien und deren KI-Ausgaben zunehmend kritisch, was bei einigen Titeln zu starken Kursverlusten geführt hat. Das Sinken des KGV auf ein vernünftigeres Niveau könnte daher durchaus aus einer Kombination von anhaltend starken Gewinnen und einem fallenden Aktienkurs resultieren.

Das Produkt von Bloom Energy, das es KI-Unternehmen ermöglicht, Versorgungsnetze zu umgehen, dürfte ein wichtiges Verkaufsargument bleiben. Dennoch bleibt die Aktie eine Anlage mit hohem Risiko. Anleger sollten beachten, dass ein niedrigeres KGV nicht automatisch eine günstigere Bewertung bedeutet – es kann sowohl durch steigende Gewinne als auch durch fallende Kurse entstehen. Beide Wege führen zum selben Kennzahlenwert, haben aber sehr unterschiedliche Folgen für das Depot.

Ob die Gewinne steigen oder der Kurs fällt, entscheidet über die Bewertung

Die zentrale Frage lautet, welcher der beiden Wege eintritt. Die Gewinne könnten weiter steigen und sich vielleicht sogar innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre verdoppeln. Dies würde den aktuellen Aktienkurs rechtfertigen. Wenn jedoch die Begeisterung für den KI-Handel nachlässt, kann das KGV genauso gut auf weniger wünschenswerte Weise fallen. Der Aktienkurs notierte zuletzt an der NYSE, Stand 16:00 Uhr MEZ am 30.10.26.

Konkrete Termine für die nächste Berichterstattung nennt der Quelltext nicht. Klar ist jedoch: Bloom Energy hat die Prognose für das Gesamtjahr bereits angehoben, wie aktien.news am 27. Oktober 2026 berichtete. Die nächsten Quartalszahlen dürften daher zeigen, ob die Gewinndynamik anhält und ob das KGV weiter sinkt – oder ob der Markt die Bewertung auf andere Weise korrigiert.

Drei Kennzahlen helfen bei der Einordnung der Bloom-Energy-Bewertung

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt und anzeigt, wie viel Anleger für einen Gewinndollar zahlen.
  • TTM-KGV: Variante des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, die den Gewinn der vergangenen zwölf Monate heranzieht.
  • Bereinigter Gewinn je Aktie: Gewinnkennzahl, bei der Sondereffekte herausgerechnet werden, um die operative Entwicklung besser abzubilden.
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Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
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