Blackstone: Private-Equity-Chef Joseph Baratta bereitet seinen Rücktritt vor
Der langjährige Private-Equity-Chef Joseph Baratta will den Investmentriesen Blackstone nach fast drei Jahrzehnten verlassen.

Joseph Baratta, einer der ranghöchsten Führungskräfte bei Blackstone, bereitet seinen Rücktritt aus dem Unternehmen vor. Das bestätigte eine Sprecherin des Private-Investmentriesen. Wie mit der Sache vertraute Personen mitteilten, ist es der jüngste in einer Reihe von Abgängen hochrangiger Manager beim weltweit führenden Anbieter von alternativen Investments. Die Aktie des Konzerns (Ticker BX) notierte zuletzt mit einem Plus von 1,03 Prozent.
Baratta ist seit fast drei Jahrzehnten bei Blackstone tätig und seit 2012 globaler Leiter des Private-Equity-Geschäfts. Der 55-Jährige zählt zu den seniorsten Executives des Konzerns, sitzt im Vorstand und ist Mitglied des Managementausschusses. Der genaue Zeitpunkt seines Ausscheidens steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres liegen.
Begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten an der Konzernspitze
Der Hintergrund für den Abgang sind die begrenzten Perspektiven an der Spitze des Konzerns. Bei Blackstone ist seit Langem damit zu rechnen, dass Präsident Jonathan Gray, 56 Jahre alt, die Nachfolge von CEO Stephen Schwarzman antreten wird. Schwarzman, 79, hat Blackstone 1985 mitgegründet und führt den Konzern bis heute. Für jemanden mit Barattas Seniorität bleiben damit nur noch wenige Aufstiegsmöglichkeiten.
Es ist der zweite prominente Abgang binnen kurzer Zeit. Anfang dieses Monats berichtete das „Wall Street Journal", dass Nadeem Meghji, Blackstones globaler Leiter für Immobilien, das Unternehmen verlässt. Anders als Meghjis überraschender Weggang, der das obere Management unerwartet traf, sei Barattas Ausstieg bereits seit geraumer Zeit in Planung, betonten die mit der Angelegenheit vertrauten Personen.
Interesse an einem Amt im öffentlichen Dienst
Baratta hat nach Angaben der informierten Kreise Interesse an einem Amt im öffentlichen Dienst entwickelt. Dies habe ihn dazu bewogen, vor etwa sechs Monaten Gespräche über einen Wechsel aufzunehmen. Einen neuen Job habe er bislang noch nicht angetreten. Unklar ist, ob Baratta dem Aufsichtsrat von Blackstone weiterhin angehören wird.
Private-Equity-Geschäft wuchs auf 454 Milliarden Dollar
Unter Barattas Führung wuchs das Private-Equity-Geschäft von Blackstone deutlich. Das in diesem Bereich verwaltete Vermögen stieg von rund 50 Milliarden US-Dollar auf 454 Milliarden Dollar mit Stand Juni. Private Equity macht damit etwa ein Drittel des gesamten verwalteten Vermögens von 1,35 Billionen Dollar aus und ist nach Anlagevolumen das zweitgrößte Geschäftsfeld des Konzerns.
Während seiner Amtszeit dehnte Blackstone sein Spektrum über traditionelle Buyouts hinaus aus und integrierte viele der Einheiten, die Baratta heute überwacht. Für deutsche Anleger ist der Konzern vor allem als globaler Immobilien- und Beteiligungsinvestor von Bedeutung, dessen Aktie unter dem Ticker BX an der New Yorker Börse gehandelt wird. Der Personalwechsel an der Spitze des Private-Equity-Geschäfts dürfte damit auch für Investoren hierzulande relevant sein, die auf die künftige Ausrichtung des Konzerns achten.
