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Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann die Absicherung zur Kostenfalle wird

Hohe Beiträge bei steigender Dynamik – ein Paar fragt sich, ob es überversichert ist.

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann die Absicherung zur Kostenfalle wird

Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob ihre Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) noch angemessen ist oder ob sie längst überversichert sind. Besonders dann, wenn die Beiträge Jahr für Jahr steigen. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie schnell aus einer vermeintlich günstigen Police eine teure Belastung werden kann.

Ein Ehepaar Anfang 40 aus der Kreativbranche hat genau dieses Problem. Bereits 2013 schlossen beide über den Strukturvertrieb DVAG Berufsunfähigkeitsversicherungen ab, damals bei der AachenMünchener Versicherung. Die ersten fünf Jahre waren vergünstigt – doch danach stieg der Beitrag deutlich an.

Dynamik mit doppelter Wirkung

Die Verträge enthalten eine vereinbarte Dynamik von sechs Prozent pro Jahr. Das bedeutet: Der Beitrag steigt jährlich, aber auch die abgesicherte Rente bei Berufsunfähigkeit erhöht sich entsprechend. Aktuell liegt die garantierte BU-Rente bei 1.425 Euro für die Ehefrau und 2.220 Euro für den Ehemann.

Dafür zahlen sie nun monatlich 105 Euro beziehungsweise 221 Euro. Angesichts dieser Summen stellt sich die Frage: Ist das noch wirtschaftlich sinnvoll oder längst eine Überversicherung?

Hohe Kosten im Verhältnis zur Leistung

Die monatlichen Gesamtkosten von 326 Euro sind für ein Paar in der Kreativbranche ein erheblicher Posten. Ob eine Überversicherung vorliegt, hängt maßgeblich von den individuellen Lebenshaltungskosten und der beruflichen Situation ab. Grundsätzlich gilt: Die BU-Rente sollte den finanziellen Engpass im Ernstfall decken, nicht mehr.

Experten raten, die vereinbarte Dynamik regelmäßig zu überprüfen. Zwar schützt sie vor Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten, doch die jährliche Erhöhung um sechs Prozent kann langfristig zu einer erheblichen Kostenbelastung führen.

Was Privatanleger und Versicherte beachten sollten

Für Versicherte lohnt sich ein genauer Blick auf den eigenen Vertrag. Eine Überversicherung liegt dann vor, wenn die BU-Rente die tatsächlich benötigte Absicherung deutlich übersteigt. Als Faustregel gilt: Die Rente sollte etwa 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abdecken.

Wer wie das Ehepaar aus der Kreativbranche eine hohe Dynamik vereinbart hat, sollte prüfen, ob eine Anpassung oder ein Wechsel des Tarifs sinnvoll ist. Auch der Verzicht auf die Dynamik kann eine Option sein, um die monatliche Belastung zu senken.

Die Entscheidung sollte jedoch wohlüberlegt sein: Einmal gekündigte oder reduzierte Verträge lassen sich später oft nur zu schlechteren Konditionen neu abschließen – besonders wenn gesundheitliche Veränderungen eingetreten sind.

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