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Bayer streicht Stellen im großen Umbau

Kosten sollen bis 2026 um zwei Milliarden Euro sinken

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Bayer streicht Stellen im großen Umbau

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer setzt sein umfassendes Umbauprogramm weiter um und baut seit Jahresbeginn 1500 Stellen ab, hauptsächlich im Management. Dies teilte Bayer-Chef Bill Anderson bei der Präsentation der Quartalsergebnisse mit. Bereits im zweiten Halbjahr 2023 wurden im US-Geschäft Management- und Hierarchieebenen gestrichen. In internen Kreisen ist die Rede davon, dass ein Drittel der weltweit über 20.000 Führungspositionen zur Disposition stehen.

Konkrete Zahlen zum gesamten geplanten Stellenabbau gibt es nicht, jedoch sollen die Kosten in diesem Jahr um 500 Millionen Euro gesenkt werden. Bis 2026 plant Bayer Einsparungen von insgesamt zwei Milliarden Euro. Anderson, der seit Sommer 2023 im Amt ist, verfolgt ein radikales Umbauprogramm, um starre Strukturen und überbordende Bürokratie zu beseitigen. Ganze Abteilungen werden aufgelöst, Hierarchieebenen gestrichen und durch flexibel zusammengesetzte Teams ersetzt, die eigenverantwortlich agieren sollen. Dieses Prinzip nennt Anderson „Dynamic Shared Ownership“.

In der Agrarsparte Crop Science arbeiten bereits mehr als 250 solcher Teams, bei Pharmaceuticals sind es über 180. Die dritte Division Consumer Health hat einen neuen Chef erhalten, der den Umbau dort vorantreiben soll. Diese Maßnahmen sind notwendig, da Bayer im ersten Quartal 2024 operativ weiter zurückfiel. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) sank um 1,3 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, was jedoch besser war als von Analysten erwartet. Die Aktie startete mit Gewinnen, drehte aber im Laufe des Vormittags ins Minus. Die Entwicklung des US-Dollars belastet den Konzern erheblich, da ein Großteil der Geschäfte in den USA getätigt wird, die Ergebnisse aber in Euro vorgelegt werden. Bayer rechnet für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem operativen Gewinn zwischen 10,2 und 10,8 Milliarden Euro, anstatt der zuvor prognostizierten 10,4 bis 11,0 Milliarden Euro.

Die Agrarmärkte bleiben herausfordernd, mit hohen Lagerbeständen bei Landwirten und sinkenden Preisen für Pflanzenschutzmittel. Dies führte zu einem Umsatzrückgang von vier Prozent auf 13,77 Milliarden Euro im ersten Quartal. Bayer verzeichnete zwar bessere Verkaufsmengen beim Unkrautvernichter Glyphosat, jedoch sanken die Preise weiter. Zudem belasten 170.000 Klagen wegen angeblicher Gesundheitsschäden durch Glyphosat den Konzern weiterhin. Seit Januar ist die Zahl der Klagen um weitere 3.000 gestiegen, und 57.000 Klagen sind noch nicht beigelegt.

Im Pharmageschäft hingegen hat sich die Lage verbessert. Trotz hoher Investitionen in neue Zell- und Gentherapien stieg der bereinigte Gewinn um acht Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Umsätze der Topprodukte Xarelto und Eylea blieben stabil, während die Verkäufe neuer Arzneien wie dem Krebsmittel Nubeqa und dem Nierenmedikament Kerendia merklich zunahmen. Bayer muss jedoch weiterhin große Herausforderungen meistern, um die geplanten Einsparungen und Umstrukturierungen erfolgreich umzusetzen.

Bayer

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