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Bank of Japan: Zinserhöhung im Juni rückt näher

Mehrere BOJ-Ratsmitglieder sprachen sich im April für baldige Zinsanhebung aus – Märkte erwarten nun Schritt im Juni.

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Bank of Japan: Zinserhöhung im Juni rückt näher

Die Bank of Japan (BOJ) diskutierte auf ihrer Sitzung vom 27. bis 28. April intensiv über eine baldige Zinserhöhung. Mindestens ein Mitglied des neunköpfigen Rates signalisierte dabei explizit die Möglichkeit eines Zinsschritts bereits im Juni. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung hervor.

Drei der neun Ratsmitglieder drängten auf der April-Sitzung aktiv auf eine sofortige Zinserhöhung – ein Vorschlag, der jedoch abgelehnt wurde. Die BOJ beließ ihren kurzfristigen Leitzins damit unverändert bei 0,75 Prozent. Dennoch verdeutlicht die Abstimmung eine zunehmend restriktive Grundhaltung innerhalb des Gremiums.

Inflation und Nahostkonflikt als treibende Faktoren

Ein zentrales Thema der Sitzung war das wachsende Inflationsrisiko, das durch einen möglichen Ölschock infolge des Iran-Konflikts befeuert wird. Viele Ratsmitglieder warnten, dass zunehmende Aufwärtsrisiken für die Inflation baldige Zinserhöhungen erforderlich machen könnten. Die BOJ hob in diesem Zuge ihre Inflationsprognosen deutlich an.

Einige Mitglieder plädierten angesichts der Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Nahostkonflikts dafür, die Zinsen „vorerst" stabil zu halten. Doch die Mehrheit der Wortmeldungen zeigte eine klare Tendenz in Richtung geldpolitischer Straffung. „Es ist durchaus möglich, dass die Bank den Leitzins ab der nächsten geldpolitischen Sitzung anheben wird, selbst wenn der weitere Verlauf der Situation im Nahen Osten unklar bleibt", gab ein BOJ-Mitglied zu Protokoll.

Anleiherenditen auf 29-Jahres-Hoch

Der restriktive Ton der veröffentlichten Sitzungszusammenfassung zeigte unmittelbare Wirkung an den Finanzmärkten. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Dienstagmorgen auf ein 29-Jahres-Hoch. Dies signalisiert, dass Investoren die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinsanhebung deutlich höher einschätzen als zuvor.

Die Markterwartungen haben sich inzwischen weitgehend in Richtung einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der Juni-Sitzung verschoben. Für deutsche Anleger ist dies von Bedeutung, da eine straffere Geldpolitik in Japan traditionell Auswirkungen auf globale Kapitalströme hat – insbesondere auf den sogenannten Yen-Carry-Trade, bei dem Investoren günstige Yen-Kredite aufnehmen, um in höher verzinste Anlagen zu investieren.

Die BOJ befindet sich damit auf einem Kurs, der die jahrelange Niedrigzinspolitik Japans schrittweise beendet. Erst im März 2024 hatte die Notenbank erstmals seit 17 Jahren die Zinsen angehoben und damit eine historische Wende in ihrer Geldpolitik eingeleitet. Eine weitere Erhöhung im Juni würde diesen Normalisierungsprozess konsequent fortsetzen.

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