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Bank of Japan hebt Leitzins auf 0,75 Prozent

Höchstes Zinsniveau seit 30 Jahren und Signal für weitere Schritte

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Bank of Japan hebt Leitzins auf 0,75 Prozent

Die Bank of Japan hat am Freitag ihren Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben und damit ein Niveau erreicht, das zuletzt vor rund 30 Jahren verzeichnet wurde. Die Entscheidung fiel einstimmig und entsprach weitgehend den Erwartungen der Finanzmärkte. Mit dem Schritt setzte die Zentralbank ihren Kurs zur schrittweisen Abkehr von der jahrzehntelangen ultralockeren Geldpolitik fort, die Japan mit extrem niedrigen Zinsen und umfangreichen Stützungsmaßnahmen begleitet hatte.

In ihrer Erklärung betonte die Notenbank, dass sie bei einer Bestätigung ihrer Wirtschafts- und Preisprognosen weitere Zinserhöhungen für angemessen halte. Zugleich strich sie Formulierungen, wonach Wachstum und Inflation durch höhere US-Zölle gebremst werden könnten. Dies wurde als Signal gewertet, dass die Bank of Japan die wirtschaftliche Entwicklung inzwischen robuster einschätzt und davon ausgeht, dass das Inflationsziel von zwei Prozent nachhaltig erreicht werden kann.

Zur Begründung verwies die Zentralbank auf aktuelle Daten und Umfragen, die auf eine stabile Wechselwirkung zwischen moderatem Lohnwachstum und steigenden Preisen hindeuten. Realzinsen blieben trotz der Anhebung weiterhin deutlich niedrig, weshalb Spielraum für weitere Schritte bestehe. Die Bank hob zudem ihre Einschätzung zum Wirtschaftsausblick leicht an und erklärte, die japanische Wirtschaft dürfte sich in moderatem Tempo weiter erholen.

Notenbankchef Kazuo Ueda äußerte sich auf der anschließenden Pressekonferenz zurückhaltend zum konkreten Zeitpunkt und zur Geschwindigkeit weiterer Zinsschritte. Entscheidungen würden von der jeweiligen Lage der Wirtschaft, der Preise und der Finanzmärkte abhängen und bei jeder Sitzung neu bewertet. Damit unterstrich er den datenabhängigen Ansatz der Geldpolitik.

An den Finanzmärkten reagierten Anleger unmittelbar auf die Entscheidung. Der Yen gab nach, der Nikkei-Index legte zu und die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Beobachter werteten dies als Zeichen dafür, dass die Märkte eine allmähliche, aber anhaltende Normalisierung der Geldpolitik einpreisen.

Innerhalb des geldpolitischen Ausschusses zeigten sich unterschiedliche Auffassungen zum Inflationsausblick. Zwei Mitglieder äußerten Zweifel an der Einschätzung, dass die zugrunde liegende Inflation erst in der zweiten Hälfte des Prognosezeitraums das Ziel erreichen werde. Sie verwiesen darauf, dass die Zielmarke bereits erreicht oder früher überschritten werden könnte. Daten zur Kerninflation, die im November bei drei Prozent lag, sowie anhaltend hohe Lebensmittelpreise stützten diese Sichtweise.

Die Zinserhöhung bringt das Zinsniveau näher an den von der Bank of Japan als neutral eingeschätzten Bereich heran. Damit wird die Frage relevanter, wie weit die Notenbank die Zinsen künftig noch anheben will, um Preisstabilität zu sichern, ohne die wirtschaftliche Erholung zu gefährden.

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