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Bank of Japan hält Zinsen stabil und kündigt weitere Anhebungen an

Die BoJ beließ den Leitzins bei 0,75 % – warnt aber vor steigender Inflation und schwächerem Wachstum durch den Nahostkonflikt.

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Bank of Japan hält Zinsen stabil und kündigt weitere Anhebungen an

Die Bank of Japan (BoJ) hat am Dienstag ihren Leitzins für Tagesgelder erwartungsgemäß bei 0,75 % belassen. Gleichzeitig signalisierte die Zentralbank jedoch deutlich, dass weitere Zinsanhebungen bevorstehen – insbesondere angesichts wachsender Inflationsrisiken durch den anhaltenden Krieg im Nahen Osten.

Die Entscheidung fiel nicht einstimmig: Drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Rates sprachen sich für eine sofortige Anhebung der Zinssätze aus. Die BoJ erklärte, sie werde den Leitzins „weiter anheben und den Grad der geldpolitischen Lockerung anpassen", um den zunehmenden Inflationsrisiken für die japanische Wirtschaft zu begegnen.

Inflation deutlich über den Erwartungen

Die Zentralbank hat ihre Inflationsprognosen für das Geschäftsjahr 2026 erheblich nach oben korrigiert. Die Gesamtinflation (CPI) wird nun in einer Spanne von 2,8 % bis 3,0 % erwartet – ein deutlicher Anstieg gegenüber den früheren Prognosen von 1,9 % bis 2,0 %. Auch die Kerninflation, die frische Lebensmittel und Energiepreise ausschließt, wurde auf 2,5 % bis 2,7 % angehoben, nach zuvor prognostizierten 2,0 % bis 2,3 %.

Damit liegt die Inflation nun klar über dem jährlichen Ziel der BoJ von 2 %. Die Zentralbank warnte, dass höhere Öl- und Energiepreise infolge des Nahostkonflikts wahrscheinlich an die Verbraucher weitergegeben werden und gleichzeitig die Unternehmensgewinne belasten könnten.

Wirtschaftswachstum unter Druck

Das reale Bruttoinlandsprodukt Japans im Geschäftsjahr 2026 wird nun zwischen 0,4 % und 0,7 % erwartet – ein spürbarer Rückgang gegenüber den früheren Prognosen von 0,8 % bis 1,0 %. Die BoJ verwies dabei ausdrücklich auf die Auswirkungen höherer Rohölpreise als Folge des Krieges im Nahen Osten. Auch für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 senkte die Zentralbank ihre Wachstumsprognosen.

Trotz des eingetrübten Ausblicks sieht die BoJ stabilisierende Faktoren: Die Stärke der privaten Konsumausgaben sowie stabile Unternehmensgewinne dürften dazu beitragen, das Wachstum in den kommenden Jahren zu stützen.

Analysten erwarten Zinsanhebung im Juni

Marktbeobachter reagierten auf den restriktiven Ton der BoJ mit konkreten Prognosen. „Obwohl die Bank of Japan die Zinssätze heute unverändert gelassen hat, fiel ihr Ausblick restriktiv aus, und wir halten an unserer Prognose fest, dass die Bank die Zinsen im Juni anheben wird", erklärten die Analysten von Capital Economics. Neben Capital Economics erwarten auch mehrere andere Brokerhäuser für Juni eine Anhebung um 25 Basispunkte.

Zum Hintergrund: Die BoJ hat seit Anfang 2024, als sie ihre fast ein Jahrzehnt währende ultralockere Geldpolitik beendete, die Zinssätze um insgesamt 85 Basispunkte angehoben. Die Märkte rechnen fest damit, dass dieser Straffungskurs angesichts der erhöhten Inflationsrisiken durch den Nahostkonflikt fortgesetzt wird. Für deutsche Anleger ist die japanische Geldpolitik insbesondere im Hinblick auf den Yen-Kurs und globale Kapitalströme von Bedeutung.

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