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Bank of Japan hält Zinsen stabil – Signale für weitere Erhöhungen

Die japanische Notenbank belässt den Leitzins bei 0,75 Prozent und hebt gleichzeitig ihre Wachstums- und Inflationsprognosen an. Experten sehen darin ein Signal für künftige Zinsschritte.

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Bank of Japan hält Zinsen stabil – Signale für weitere Erhöhungen

Die Bank of Japan (BOJ) hat am Freitag erwartungsgemäß ihre Zinspolitik nicht verändert. Mit einer Abstimmung von 8 zu 1 behielt die Zentralbank den kurzfristigen Leitzins bei 0,75 Prozent bei. Gleichzeitig hob sie jedoch ihre Wirtschafts- und Inflationsprognosen an – ein deutliches Signal für weitere mögliche Zinserhöhungen in der Zukunft.

Vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik

Hirofumi Suzuki, Chef-Devisenstratege bei SMBC in Tokio, betont die abwartende Haltung der Notenbank: "Die BOJ befindet sich in einer Phase, in der sie sich Zeit nimmt, die Auswirkungen der Anhebung zu bewerten." Erst im Dezember hatte die Zentralbank die Zinsen angehoben. Risikofaktoren wie eine Verlangsamung der Überseemärkte würden allmählich zurückgehen, so Suzuki.

Experten erwarten, dass die BOJ die Zinsen weiterhin in sehr gemächlichem Tempo anheben wird – etwa einmal alle sechs Monate bis zu einem Jahr. Diese vorsichtige Gangart steht im Kontrast zur aggressiveren Zinspolitik vieler westlicher Notenbanken.

Erhöhte Wachstums- und Inflationsprognosen

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die angehobenen Prognosen der Notenbank. Die BIP-Prognose für das Geschäftsjahr 2025 wurde von 0,7 auf 0,9 Prozent angehoben. Auch die Inflationserwartungen für die kommenden Jahre wurden leicht nach oben korrigiert. Die Kern-Verbraucherpreise bleiben mit 2,9 Prozent hartnäckig über der Zielmarke.

Fred Neumann, Chefvolkswirt Asien bei HSBC in Hongkong, interpretiert dies als wachsende restriktive Haltung: "Der Ausblicksbericht der Zentralbank deutet auf eine wachsende Hawkishness hin, da die Beamten ihre Wachstumsprognosen und Inflationserwartungen nach oben korrigiert haben."

Spannungen am Anleihemarkt im Fokus

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den jüngsten Entwicklungen am japanischen Anleihemarkt. Die JGB-Renditen sind in dieser Woche deutlich gestiegen. Kieran Williams von Intouch Capital Markets weist darauf hin, dass das Fehlen zusätzlicher Anleihekäufe trotz des Ausverkaufs eine Tendenz zur eventuellen Normalisierung signalisiert.

Die Pressekonferenz von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda wird mit Spannung erwartet. Investoren suchen nach größerer Klarheit über den künftigen Zinspfad, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen am Anleihemarkt und bei den Wechselkursen. Der japanische Yen hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren.

Dissens im Vorstand deutet auf Kurswechsel hin

Bemerkenswert ist die abweichende Meinung eines Vorstandsmitglieds: Takata stimmte für eine sofortige Anhebung um 25 Basispunkte. Dies unterstreicht den restriktiven Unterton, der bei der BOJ zunehmend zu spüren ist. Experten interpretieren dies als Signal, dass weitere Zinserhöhungen auf dem Tisch liegen.

Für deutsche Anleger mit Investments in japanischen Aktien oder Anleihen bedeutet die vorsichtige Normalisierung der BOJ-Politik eine schrittweise Anpassung an internationale Standards. Die ultralockere Geldpolitik, die Japan jahrelang prägte, nähert sich damit langsam ihrem Ende.

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