Bank Indonesia hält Leitzins stabil – Rupiah weiter unter Druck
Zentralbank sieht Währung als unterbewertet und kündigt verstärkte Marktinterventionen an

Die indonesische Zentralbank Bank Indonesia (BI) hat ihren Leitzins für 7-tägige Reverse-Repurchase-Geschäfte unverändert gelassen. Trotz der anhaltenden Schwäche der Rupiah, die im vergangenen Monat gegenüber dem US-Dollar auf ein Rekordtief gefallen war, sieht die BI keinen Handlungsbedarf bei den Zinsen. Die Währung gehört im bisherigen Jahresverlauf zu den asiatischen Schwellenländerwährungen mit der schlechtesten Wertentwicklung.
Zentralbankgouverneur Perry Warjiyo bezeichnete die Rupiah in einer Online-Pressekonferenz als "unterbewertet" im Vergleich zu den wirtschaftlichen Fundamentaldaten Indonesiens. Die Bank kündigte an, ihre Währungsinterventionen sowohl an den Onshore- als auch an den Offshore-Märkten zu verstärken, um die Währung zu stabilisieren.
Globale Unsicherheit belastet Währung
Warjiyo machte die Unsicherheit an den globalen Märkten für die Schwäche der Rupiah verantwortlich. "Wenn wir uns die Wechselkursbewegungen ansehen, gibt es natürlich zwei Hauptfaktoren", erklärte der Gouverneur. Fundamentale Faktoren wie Inflationsindikatoren, Wirtschaftswachstum und Renditen würden alle zeigen, dass die Rupiah stabiler sein und tendenziell aufwerten sollte.
Die tatsächliche Schwäche führte Warjiyo auf technische Faktoren und Risikoprämien zurück, insbesondere auf globaler Ebene. Diese würden offenbar kurzfristigen Druck auf den Wechselkurs ausüben. Die Besorgnis über die Unabhängigkeit der Zentralbank hatte im vergangenen Monat zusätzlich zur Verunsicherung der Märkte beigetragen.
Strategie der Zentralbank
Mit der angekündigten Verstärkung der Marktinterventionen verfolgt die Bank Indonesia eine zweigleisige Strategie: Während die Zinsen stabil bleiben, soll durch direkte Eingriffe am Devisenmarkt die Währung gestützt werden. Dies ist ein übliches Vorgehen von Schwellenländer-Zentralbanken, wenn externe Faktoren die Währung belasten, die fundamentalen Wirtschaftsdaten aber solide erscheinen.
Für internationale Investoren und Unternehmen mit Engagement in Indonesien bleibt die Entwicklung der Rupiah ein wichtiger Faktor. Die viertgrößte Volkswirtschaft Südostasiens kämpft wie viele Schwellenländer mit den Auswirkungen globaler Zinsunterschiede und geopolitischer Unsicherheiten auf ihre Währung.
