Australische Zentralbank hebt Leitzins erstmals seit zwei Jahren an
Reserve Bank erhöht auf 3,85 Prozent – Inflation und starke Wirtschaft zwingen zum Handeln

Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit zwei Jahren und markiert damit eine bedeutende Wende in der australischen Geldpolitik.
Die Zentralbank begründet den Schritt mit einer unerwartet robusten Wirtschaftsentwicklung. Die private Nachfrage falle deutlich stärker aus als prognostiziert, während gleichzeitig die Kapazitätsengpässe größer seien als zuvor angenommen. Hinzu komme ein weiterhin angespannter Arbeitsmarkt, der zusätzlichen Inflationsdruck erzeuge.
Besonders die jüngsten Wirtschaftsdaten hatten den Druck auf die RBA erhöht. Die Inflation im vierten Quartal übertraf die Erwartungen deutlich, während die Konsumausgaben kräftig anzogen. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote im Dezember auf ein Siebenmonatstief – ein Zeichen für die anhaltende Stärke des Arbeitsmarktes.
Inflation bleibt über Zielwert
Die Reserve Bank of Australia geht davon aus, dass die Inflation noch für längere Zeit über dem angestrebten Zielwert bleiben wird. Diese Einschätzung war ausschlaggebend für die Entscheidung, nach der zweitägigen geldpolitischen Sitzung den Leitzins anzuheben. Investoren hatten die Zinserhöhung bereits mehrheitlich erwartet.
Für deutsche Anleger mit Investments in australische Aktien oder Anleihen bedeutet die Zinswende eine wichtige Veränderung. Höhere Zinsen können den australischen Dollar stärken, dämpfen aber möglicherweise das Wirtschaftswachstum und belasten zinssensitive Sektoren wie Immobilien.
