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Australische Notenbank warnt vor zu hoher Inflation und deutet weitere Zinserhöhungen an

RBA-Vize Hauser betont Entschlossenheit im Kampf gegen Teuerung – Märkte rechnen mit Zinsschritt im Mai

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Australische Notenbank warnt vor zu hoher Inflation und deutet weitere Zinserhöhungen an

Die Reserve Bank of Australia (RBA) verschärft ihren Ton im Kampf gegen die Inflation. Vize-Gouverneur Andrew Hauser erklärte am Mittwoch in Sydney, die aktuelle Inflationsrate sei zu hoch und die Zentralbank werde alles Notwendige tun, um die Teuerung unter Kontrolle zu bringen. Besonders das starke Kreditwachstum deute darauf hin, dass die Zinssätze noch nicht restriktiv genug seien.

"Die Inflation auf diesem Niveau ist zu hoch, und wir alle erinnern uns an die Kosten, die eine übermäßig hohe Inflation verursacht", betonte Hauser bei einem Geschäftsessen. Er verwies darauf, dass viele Wirtschaftsbereiche zwar gut liefen, das Gesamtwachstum jedoch an Kapazitätsgrenzen stoße. Die RBA werde weiterhin alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Inflation zurück in das Zielband zu bringen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die australische Notenbank ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent angehoben und damit eine der drei Zinssenkungen des Vorjahres rückgängig gemacht. Gleichzeitig hielt sich die RBA die Option für weitere Straffungen offen, sollte die Inflation nicht wie prognostiziert zurückgehen.

Märkte preisen weitere Zinserhöhung ein

Die Finanzmärkte reagieren auf die deutlichen Signale aus Sydney: Nach den jüngsten Inflationsdaten für das erste Quartal preisen Anleger eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent für eine weitere Zinserhöhung auf 4,10 Prozent bei der RBA-Sitzung im Mai ein. Die Kerninflation war im vierten Quartal auf 3,4 Prozent gestiegen – das schnellste Tempo seit über einem Jahr und deutlich über den eigenen Prognosen der Notenbank.

Die RBA musste daraufhin ihre Erwartungen für den Höchststand der Kerninflation in diesem Jahr auf 3,7 Prozent nach oben korrigieren. Dieser Wert liegt erheblich über dem langfristigen Zielbereich von 2 bis 3 Prozent. Die Entwicklung zeigt, dass die Zentralbank bei der Inflationsbekämpfung vor größeren Herausforderungen steht als ursprünglich angenommen.

Robuster Arbeitsmarkt und starkes Kreditwachstum

Aktuelle Wirtschaftsdaten untermauern das Bild einer überhitzenden Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember überraschend auf ein Siebenmonatstief von 4,1 Prozent, was auf eine erneute Verengung des Arbeitsmarktes hindeutet. Gleichzeitig zeigen robuste Konsumausgaben, Rekordpreise am Immobilienmarkt und eine lockere Kreditvergabe, dass die finanziellen Bedingungen möglicherweise weniger restriktiv sind als von der RBA erhofft.

Besonders bemerkenswert sind die am Mittwoch veröffentlichten Kreditdaten: Die Hypothekenkredite sprangen im vierten Quartal wertmäßig um 9,5 Prozent nach oben, nachdem bereits das Vorquartal ein ähnlich starkes Ergebnis geliefert hatte. Investitionskredite kletterten sogar auf einen Rekordwert. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die bisherigen Zinserhöhungen die Kreditnachfrage noch nicht ausreichend gedämpft haben.

Für deutsche Anleger mit Investments in australische Aktien oder den australischen Dollar bedeutet die straffere Geldpolitik sowohl Chancen als auch Risiken. Ein höheres Zinsniveau könnte den Aussie-Dollar stützen, gleichzeitig aber das Wirtschaftswachstum bremsen und auf Unternehmensgewinne drücken.

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