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ASML-Vorstand erklärt: Europas größtes Unternehmen hat keine Verkäufe in Europa

ASML verkauft keine Chipmaschinen in Europa – der Kontinent fällt bei der Halbleiterproduktion zurück.

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ASML-Vorstand erklärt: Europas größtes Unternehmen hat keine Verkäufe in Europa

Ein hochrangiger Manager von ASML Holding NV, Europas wertvollstem Unternehmen, hat eine deutliche Warnung an den Kontinent gerichtet: Das Unternehmen verkauft keine seiner Halbleiterfertigungsmaschinen in Europa. Die Aussage fällt in eine Zeit, in der die USA, China und Indien massiv in den Aufbau ihrer heimischen Halbleiterindustrien investieren.

„Wir verkaufen überhaupt nichts in Europa. Der Grund dafür ist, dass Europa nicht investiert und dort keine Chipfabriken gebaut werden", sagte Frank Heemskerk, Executive Vice President bei ASML mit Verantwortung für globale Öffentlichkeitsarbeit, am späten Montagabend bei einer Veranstaltung in Amsterdam. Die Aussage des Top-Managers unterstreicht die wachsende Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Technologiewettlauf.

Europas Rückstand bei der Halbleiterproduktion

Die Aussage von Heemskerk wirft ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Problem: Während andere Weltregionen Milliarden in den Aufbau eigener Chipfabriken investieren, bleibt Europa bei der Ansiedlung neuer Halbleiterfertigungsstätten deutlich zurück. ASML ist als Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen ein zentraler Akteur der globalen Chipindustrie – ohne diese hochkomplexen Maschinen ist die moderne Halbleiterproduktion nicht möglich.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. ASML gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit der globalen Technologiebranche. Wenn Europas wertvollstes Unternehmen auf dem eigenen Heimatkontinent keine Abnehmer findet, deutet das auf strukturelle Schwächen im europäischen Technologiestandort hin.

Globale Investitionswelle als Kontrast

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während die USA mit dem Chips Act und China mit massiven Subventionsprogrammen ihre heimischen Halbleiterindustrien fördern, fehlt es in Europa an vergleichbaren Anstrengungen. Auch Indien hat sich in den vergangenen Jahren als neuer Akteur im Halbleitermarkt positioniert und investiert erheblich in den Aufbau eigener Fertigungskapazitäten.

Die fehlenden Investitionen in Europa haben direkte Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von ASML. Ohne neue Chipfabriken auf dem Kontinent gibt es schlicht keine Nachfrage nach den teuren Fertigungsmaschinen des Unternehmens. Diese Entwicklung könnte langfristig auch Auswirkungen auf die europäische Technologie- und Innovationsfähigkeit insgesamt haben.

Die Aussagen von Heemskerk bei der Veranstaltung in Amsterdam sind ein weiteres deutliches Signal dafür, dass Europa im globalen Wettbewerb um die Halbleiterproduktion dringend handeln muss. Ob und wie die europäische Politik darauf reagieren wird, bleibt abzuwarten – die Zeit für Entscheidungen drängt jedoch zunehmend.

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