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ASML-Aktie: Fondsmanager Hesche löst Position wegen hoher Bewertung auf

Johannes Hesche von der Fondsgesellschaft Acatis hat seine ASML-Position vollständig aufgelöst, weil ihm die Aktie zu teuer erschien.

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ASML-Aktie: Fondsmanager Hesche löst Position wegen hoher Bewertung auf

Die ASML-Aktie zählt zu den profiliertesten Titeln im Halbleitersektor. Nun hat ein bekannter Fondsmanager sein Engagement in dem niederländischen Konzern vollständig beendet. Johannes Hesche, Fondsmanager der Frankfurter Fondsgesellschaft Acatis, löste seine Position auf, weil er die Aktie als zu teuer bewertete.

Der Ausstieg erfolgte in zwei Schritten. Zunächst reduzierte Hesche die Position von rund vier auf zwei Prozent. Später löste er sie vollständig auf. Über ein Jahr lang hatte er ASML im Portfolio gehalten, bevor er sich zu diesem Schritt entschied.

Bemerkenswert ist vor allem der Grund für den Verkauf. Er fiel nicht wegen schwacher Geschäftszahlen. Das Geschäft von ASML lief gut, die Aussichten sind positiv. Der Kurs der Aktie habe sich jedoch immer weiter von der Geschäftsentwicklung des Unternehmens entfernt – ein Muster, das Anleger bei stark gelaufenen Technologiewerten immer wieder beobachten können.

Die Details

ASML beherrscht den Weltmarkt für komplexe Lithografiemaschinen. Ohne die Systeme des Unternehmens ist die Herstellung modernster Halbleiter kaum möglich. Diese Stellung macht den Konzern zu einem zentralen Glied der globalen Chipindustrie und erklärt, warum die Aktie über Jahre hinweg zu den Favoriten vieler Investoren gehörte.

Hesche bewertete die ASML-Aktie dennoch als zu teuer. Seine Verkaufsentscheidung traf er trotz guter Fundamentaldaten und positiver Aussichten. Die Position wurde zunächst von rund vier auf zwei Prozent reduziert und später vollständig aufgelöst. Beteiligt an dem Vorgang sind neben ASML der Fondsmanager Johannes Hesche und die Fondsgesellschaft Acatis.

Für den Fonds bedeutet der vollständige Ausstieg eine deutliche Veränderung der Gewichtung. Wer eine Position von rund vier Prozent auf null zurückführt, verändert das Risikoprofil eines Portfolios spürbar. Hesche nahm damit Kursgewinne mit, statt auf eine weitere Aufwärtsbewegung zu setzen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 14.04.2026 berichtete aktien.news, dass die ASML-Aktie in diesem Jahr mehr als 40% zugelegt hatte. Treiber waren der rasante Ausbau von Rechenzentren und die boomende Nachfrage nach hochmodernen Chips von Kunden wie Nvidia. ASML gilt als unverzichtbares Bindeglied in der globalen Halbleiterlieferkette und als weltweit einziger Hersteller von Extrem-Ultraviolett-Lithografiesystemen (EUV).

Am 15.07.2026 meldete aktien.news, dass ASML im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten übertraf und gleichzeitig seine Prognose für das Gesamtjahr anhob. Der Gewinn lag bei umgerechnet 8,69 US-Dollar pro Aktie, der Umsatz bei 10,67 Milliarden US-Dollar. Die ASML-Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen spürbar zu. Marktbeobachter sahen darin Hinweise auf eine mögliche Kaufgelegenheit.

Am 16.07.2026 berichtete aktien.news über den Auftragschiphersteller TSMC. Das Unternehmen legte für das zweite Quartal ein Rekordergebnis vor, der Gewinn stieg um 77 Prozent auf 706,6 Milliarden Neue Taiwan-Dollar. Die TSMC-Aktien gaben am Donnerstag dennoch nach. Anleger nutzten die starken Ergebnisse offenbar für Gewinnmitnahmen – ein klassisches Muster, wenn gute Nachrichten bereits im Kurs eingepreist sind.

Am 26.05.2026 hatte aktien.news am Beispiel von Nvidia beschrieben, wie Anleger bei stark gelaufenen Technologiewerten Gewinne mitnehmen sollten. Die Aktie war in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 1.300 Prozent gestiegen, die Marktkapitalisierung lag bei 5,2 Billionen US-Dollar. Trotz dieser Performance warnten Analysten vor blindem Optimismus. Die Begründung war nicht, dass das Unternehmen schlecht wäre – sondern dass der Kurs die Erwartungen bereits weit vorwegnahm.

Was das für Anleger bedeutet

Der Fall ASML zeigt ein Grundmuster an den Märkten: Ein Unternehmen kann operativ hervorragend aufgestellt sein und die Aktie trotzdem teuer werden. Kurs und Geschäft sind zwei verschiedene Dinge. Wer nur auf die Zahlen des Unternehmens schaut, übersieht möglicherweise, dass der Markt diese Zahlen längst eingepreist hat.

Für Privatanleger heißt das, die Bewertung regelmäßig zu prüfen. Entscheidend ist die Frage, ob der Kurs noch zur tatsächlichen Entwicklung des Unternehmens passt. Hesche zog diese Grenze offenbar früher als andere Marktteilnehmer und löste sein Engagement vollständig auf.

Auch die Größe einer Position spielt eine Rolle. Hesche reduzierte zunächst von rund vier auf zwei Prozent, bevor er ganz ausstieg. Ein schrittweiser Abbau kann helfen, Risiken zu steuern, ohne die Chance auf weitere Kursgewinne vollständig aufzugeben. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten – die Entscheidung hängt von der individuellen Strategie und dem Anlagehorizont ab.

Ausblick

Die Aussichten für das Geschäft von ASML sind laut Quelle positiv. Bereits am 15.07.2026 hatte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Weitere konkrete Termine, Pläne oder Erwartungen nennt der Quelltext nicht. Ob der Kurs der Aktie weiter steigt oder eine Korrektur folgt, lässt sich daraus nicht ableiten.

Kurz erklärt

  • Lithografie: Verfahren, mit dem Schaltkreise auf Halbleiterwafer belichtet werden.
  • EUV: Extrem-Ultraviolett-Lithografie, eine Technik für die Produktion modernster Chips.
  • Gewinnmitnahme: Verkauf einer Position, um erzielte Kursgewinne zu realisieren.
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