Asiatische Aktien fallen – US-Rendite erreicht höchsten Stand seit 20 Jahren
Ölpreisanstieg und Inflationssorgen drücken die Märkte weltweit.

Die asiatischen Aktienmärkte sind am Montag deutlich gefallen. Auslöser ist ein starker Anstieg der Ölpreise, der die Inflationserwartungen weltweit anheizt und die Spekulation auf weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve verstärkt. Der MSCI All Country World Index, die breiteste Messgröße für globale Aktien, steuert auf den fünften Verlust innerhalb von sechs Handelstagen zu.
Der US-Dollar setzte seine jüngste Rally fort und legte weiter zu. Gleichzeitig stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, dem weltweit wichtigsten Referenzwert für Anleihen, auf bis zu 5,02 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit fast zwei Jahrzehnten. Die asiatischen Aktienmärkte verloren daraufhin 0,7 Prozent. Auch die US-Aktienindex-Futures gaben um 0,2 Prozent nach.
Globale Belastung durch steigende Zinsen
Die europäischen Aktienmärkte eröffneten den Handel ebenfalls mit moderaten Verlusten. Der Anstieg der Anleiherenditen in den USA wirkt sich weltweit auf die Bewertungen von Aktien aus, da höhere Zinsen die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen und Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe war zuletzt im Jahr 2007 auf ähnlich hohem Niveau. Damals stand die Welt vor der Finanzkrise. Der erneute Anstieg über die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent signalisiert, dass die Märkte mit einer längeren Phase hoher Zinsen rechnen.
Ölpreise als Treiber der Inflation
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung ist der Anstieg der Ölpreise. Höhere Energiekosten schlagen sich direkt in den Verbraucherpreisen nieder und erschweren es den Notenbanken, die Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent zu drücken. Die Federal Reserve hatte zuletzt signalisiert, dass sie die Zinsen solange hoch halten werde, bis die Inflation nachhaltig zurückgeht.
Für Anleger bedeutet die aktuelle Marktlage eine erhöhte Unsicherheit. Die Kombination aus steigenden Ölpreisen, hohen Zinsen und einem starken Dollar belastet insbesondere Schwellenländer, die ihre Schulden in Dollar bedienen müssen. Auch exportorientierte Volkswirtschaften in Asien leiden unter der starken US-Währung.
Die kommenden Handelstage dürften im Zeichen der weiteren Zinsentwicklung in den USA stehen. Anleger achten besonders auf die Aussagen von Fed-Vertretern sowie auf die nächsten Inflationsdaten, die Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs geben könnten.
