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Apollo startet 11-Milliarden-Dollar-Plattform für Private Credit in Europa

Der US-Vermögensverwalter Apollo bündelt europäische Privatkredite in einer neuen Plattform, an der auch Abu Dhabis Investment Council beteiligt ist.

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Apollo startet 11-Milliarden-Dollar-Plattform für Private Credit in Europa

Apollo Global Management hat die European Credit Company (ECC) gestartet, eine europäische Private-Credit-Plattform mit einer Kreditkapazität von mehr als 10 Milliarden Euro (11,2 Milliarden US-Dollar). Das Unternehmen gab die Gründung am 2. November 2026 bekannt. Zu den Unterstützern zählen mehrere Blue-Chip-Investoren, darunter der Abu Dhabi Investment Council (ADIC).

Die neue Plattform soll Unternehmen Kredite gewähren und Vermögenswerte in mehreren Segmenten finanzieren: Unternehmenskredite, asset-backed Finance, Infrastruktur und Immobilien. Nach Angaben von Apollo wird die ECC in leistungsfähige Kredite sowohl im Large- als auch im Mid-Market-Segment investieren. Dazu gehören Unternehmens- und asset-backed-Kredite sowie Darlehen an Eigentümer von Real Assets in den Bereichen Infrastruktur und Immobilien.

Geführt wird das Vorhaben von Giacomo Petrobelli als Chief Executive Officer und Christian Meissner als Vorsitzendem des Verwaltungsrats. Petrobelli erklärte, Apollo's ECC beabsichtige, eine „generationenübergreifende Chance" zu nutzen, um Europas langfristige Wachstumsagenda durch globale Kapitalpools zu finanzieren.

Der Abu Dhabi Investment Council unterstützt die neue Plattform

Die Unterstützung durch den ADIC erfolgt eine Woche, nachdem Apollo sich verpflichtet hatte, einen Anteil von nahezu 10 Prozent an Mubadala Capital zu erwerben. Mubadala Capital ist die Tochtergesellschaft für alternative Investments der Mubadala Investment Co., dem Staatsfonds Abudhabis. Damit setzt Apollo seinen Vorstoß in den enormen Vermögenstopf Abudhabis fort.

Neben dem ADIC beteiligen sich weitere strategische Partner an der European Credit Company. Dazu zählen die europäische Versicherungsgruppe Athora, die japanische Norinchukin Bank, die Bank Standard Chartered sowie Aranda Principal Strategies, ein US-amerikanischer Kreditinvestor. Apollo teilte die Liste der Partner in einer Bekanntgabe mit.

Petrobelli beschrieb das Ziel der Plattform mit klaren Worten: „Wir zielen darauf ab, ECC zu einer führenden pan-europäischen Kreditplattform auszubauen, die sich ausschließlich auf die Region konzentriert, über tief verwurzelte lokale Beziehungen, differenzierte Beschaffungsmöglichkeiten und flexible Lösungen verfügt, die alle Kreditarten abdecken." Apollo-Vorstandsvorsitzender Jim Zelter ergänzte: „Die Globale Industrielle Renaissance schafft enorme Finanzierungsbedarfe weltweit, die in Europa besonders spürbar sind – sei es bei der Energiewende und -übertragung, der Verteidigung oder der digitalen und traditionellen Infrastruktur."

Apollo hatte zuletzt sein Engagement in Abu Dhabi ausgebaut

Bereits am 26.10.2026 berichtete aktien.news, dass Apollo Global Management an einem Deal arbeitet, um einen nahezu 10-prozentigen Anteil an Mubadala Capital zu erwerben. Nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen, die unter der Auflage der Anonymität sprachen, war die Transaktion damals noch nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Mubadala Capital ist die Tochtergesellschaft für alternative Vermögensverwaltung des abudhabischen Staatsinvestors Mubadala Investment Company. Die finanziellen Details waren zunächst nicht bekannt, und beide Unternehmen lehnten eine Kommentierung ab.

Auch auf dem Feld der Private-Credit-Fonds war Apollo zuletzt aktiv. Am 11.05.2026 berichtete aktien.news, dass Apollo den Verkauf seiner börsennotierten Business Development Company (BDC) MidCap Financial Investment Corp. (MFIC) erwägt. Apollo bewertete den Fonds und seine Investitionen mit rund 3 Milliarden US-Dollar. Die Gespräche befanden sich damals noch in einem frühen Stadium, und es gab laut den Insidern keine Garantie für einen Abschluss. Eine BDC ist eine in den USA regulierte Investmentgesellschaft, die Kapital an kleine und mittelständische Unternehmen vergibt – vergleichbar mit einem börsennotierten Private-Credit-Fonds.

Am 27.10.2026 meldete aktien.news, dass ein von Ares Management verwalteter Fonds einen 2,5 Milliarden Dollar schweren Fonds von Apollo erwirbt. Konkret handelte es sich um die börsennotierte Business-Development-Gesellschaft MidCap Financial Investment Corp. (MFIC). Bezahlt wurde mit einer Mischung aus Bargeld von Ares Management und eigenen Aktien des öffentlich gehandelten Fonds Ares Capital Corp. (ARCC). Die Aktionäre von MFIC sollten nach Abschluss der Transaktion voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 etwa 5 Prozent der Anteile am fusionierten Fonds halten.

Für Anleger ist die Plattform ein Signal für Apollos Europa-Strategie

Für deutsche Privatanleger ist die Gründung der European Credit Company vor allem ein Hinweis darauf, wie stark Apollo sein Geschäft in Europa und im Nahen Osten verzahnt. Der Einstieg des Abu Dhabi Investment Council als Ankerinvestor zeigt, dass staatliche Kapitalgeber aus der Golfregion bereit sind, langfristig in europäische Kreditmärkte zu investieren. Zugleich ordnet sich die neue Plattform in eine Reihe von Transaktionen ein, mit denen Apollo sein Private-Credit-Portfolio zuletzt umgeschichtet hat – vom geplanten Verkauf der BDC MFIC bis zum Anteilserwerb an Mubadala Capital.

Private Credit ist ein Marktsegment, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, weil Unternehmen zunehmend außerhalb klassischer Bankkredite finanziert werden. Die ECC positioniert sich dabei ausdrücklich als pan-europäische Plattform, die sich auf eine einzige Region konzentriert. Anleger sollten beachten, dass solche Fonds nicht börsennotiert sind und damit anderen Liquiditäts- und Bewertungsregeln unterliegen als klassische Aktien oder Anleihen. Eine direkte Beteiligung ist Privatanlegern in der Regel nicht ohne Weiteres möglich.

Die Plattform soll Europas langfristige Wachstumsagenda finanzieren

Apollo verbindet mit der European Credit Company das Ziel, Europas langfristige Wachstumsagenda durch globale Kapitalpools zu finanzieren. Als konkrete Finanzierungsfelder nennt das Unternehmen die Energiewende und -übertragung, die Verteidigung sowie die digitale und traditionelle Infrastruktur. Diese Bereiche sollen über Darlehen an Eigentümer von Real Assets abgedeckt werden.

Ein konkreter Zeitplan für einzelne Investitionen oder für das Erreichen eines bestimmten Kreditvolumens wird im Quelltext nicht genannt. Klar ist lediglich, dass die Plattform mit einer Kreditkapazität von mehr als 10 Milliarden Euro ausgestattet ist und dass die Führung mit Giacomo Petrobelli als CEO und Christian Meissner als Verwaltungsratsvorsitzendem bereits steht. Weitere Angaben zu einzelnen Deals oder zur genauen Kapitalstruktur machte Apollo nicht.

Private Credit, asset-backed Finance und Real Assets sind zentrale Begriffe des Artikels

  • Private Credit: Sammelbegriff für Kredite, die nicht über klassische Banken, sondern direkt von spezialisierten Fonds oder Investoren vergeben werden.
  • Asset-backed Finance: Finanzierungen, bei denen Kredite durch konkrete Vermögenswerte oder Forderungen besichert sind.
  • Real Assets: Materielle Vermögenswerte wie Infrastrukturanlagen oder Immobilien, die reale wirtschaftliche Erträge erzeugen.
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