Anglo American und Glencore suchen Klarheit zu Collahuasi-Umweltgenehmigung
Ein chilenisches Gericht setzt die Umweltgenehmigung für ein Erweiterungsprojekt der Kupfermine Collahuasi vorläufig aus.

Die Bergbaukonzerne Anglo American und Glencore stehen vor einer rechtlichen Herausforderung in Chile. Am 18. Mai nahmen beide Unternehmen ein Urteil des Zweiten Umweltgerichts in Chile zur Kenntnis, das die vom Umwelteinschätzungsdienst (SEA) erteilte Umweltgenehmigung für die Kupfermine Collahuasi vorerst aussetzt. Betroffen ist ein Projekt zur Infrastrukturentwicklung und Kapazitätserweiterung der Mine.
Im Mittelpunkt des Projekts steht der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage für die Mine Collahuasi. Anglo American bestätigte, dass die Fertigstellung dieser Anlage nahezu abgeschlossen sei. Das Gericht beschränkt sein Urteil laut einer zugehörigen Pressemitteilung auf zwei spezifische Aspekte: die Analyse der Auswirkungen auf eine lokale Gemeinschaft sowie auf die Meeresumwelt.
Hintergrund: Eine der größten Kupferminen der Welt
Die Compañía Minera Doña Inés de Collahuasi zählt zu den weltweit größten Kupferminen und liegt im Norden Chiles. Anglo American und Glencore halten jeweils eine Beteiligung von 44 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen. Die verbleibenden 12 Prozent befinden sich im Besitz eines japanischen Konsortiums unter der Leitung von Mitsui & Co.
Collahuasi betont, dass das Umweltgenehmigungsverfahren für das Projekt im Einklang mit den lokalen Vorschriften und dem entsprechenden Umweltrahmenwerk durchgeführt wurde. Die Umweltgenehmigung war im Dezember 2021 nach einem strengen, vom SEA geleiteten Prüfungsverfahren erteilt worden. Dieses Verfahren schloss auch die von der zuständigen Behörde festgelegte Konsultation der indigenen Bevölkerung ein. Im August 2023 wurde die Genehmigung anschließend vom Ministerausschuss bestätigt.
Keine unmittelbaren Produktionsauswirkungen erwartet
Anglo American gibt sich trotz der rechtlichen Unsicherheit vorerst gelassen. Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen und unter Berücksichtigung vorhandener alternativer Wasserquellen für Collahuasi erwartet das Unternehmen keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Produktion. Dies ist für Anleger ein wichtiges Signal, da Collahuasi als bedeutender Kupferproduzent eine wesentliche Rolle im Portfolio beider Bergbaukonzerne spielt.
Beide Unternehmen bemühen sich derzeit um eine vollständige Klärung durch das Gericht. Ziel ist es, die genauen Auswirkungen des Urteils zu bestimmen, welche Sachverhalte vom SEA erneut zu prüfen sind und ob etwaige Folgen für den laufenden Betrieb von Collahuasi entstehen. Collahuasi sucht zu diesem Zweck sowohl beim Gericht als auch beim SEA aktiv das Gespräch. Anglo American kündigte an, weitere Aktualisierungen bereitzustellen, sobald mehr Klarheit besteht.
Das Unternehmen Collahuasi erklärte, weiterhin in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Interessengruppen zusammenarbeiten zu wollen. Man werde verantwortungsbewusst und im Einklang mit dem rechtlichen Rahmen handeln, um die angemessenen nächsten Schritte festzulegen. Für Investoren bleibt die Situation damit vorerst beobachtungswürdig, auch wenn unmittelbare operative Risiken nach aktuellem Stand als begrenzt eingestuft werden.
