ANZEIGE

AMD übernimmt KI-Startup World Labs für 8,2 Milliarden Dollar

Der Chiphersteller kauft das von Fei-Fei Li gegründete Unternehmen in einer reinen Aktientransaktion, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.

•• 5 Min
AMD übernimmt KI-Startup World Labs für 8,2 Milliarden Dollar

Der Chiphersteller Advanced Micro Devices Inc. hat sich darauf geeinigt, World Labs für 8,2 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Damit erwirbt AMD ein Unternehmen, das künstliche Intelligenz entwickelt und von der Branchenpionierin und Forscherin Fei-Fei Li gegründet wurde. Die beteiligten Unternehmen veröffentlichten die entsprechende Erklärung am Montag.

Das Geschäft ist rein aktienbasiert. AMD zahlt den Kaufpreis also nicht in bar, sondern überträgt eigene Anteile an die bisherigen Gesellschafter von World Labs. Nach Angaben der Unternehmen soll die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Sie steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

Für AMD ist die Übernahme der jüngste Schritt in einer ganzen Reihe milliardenschwerer Vereinbarungen. Der Konzern hatte sich bereits an der Finanzierungsrunde von World Labs beteiligt und zugleich sein Engagement im Geschäft mit KI-Infrastruktur deutlich ausgeweitet. Mit dem Zukauf sichert sich AMD Know-how aus dem Feld der räumlichen KI-Technologie und ergänzt damit sein klassisches Halbleitergeschäft.

Die Details

Der Kaufpreis beträgt 8,2 Milliarden US-Dollar. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Erklärung hervor, über die Bloomberg Europe berichtet. Übernommen wird World Labs, ein Startup für künstliche Intelligenz, dessen Gründerin Fei-Fei Li ist.

Die Struktur der Transaktion ist bemerkenswert: Es handelt sich um ein rein aktienbasiertes Geschäft. AMD muss dafür keine Barmittel aufbringen, sondern begibt eigene Aktien. Für die bisherigen Eigentümer von World Labs entsteht im Gegenzug eine Beteiligung an AMD.

Der Zeitplan ist ebenfalls Teil der Erklärung. Der Abschluss wird bis Ende des Jahres angestrebt. Voraussetzung sind die behördlichen Genehmigungen, die für eine Übernahme dieser Größenordnung erforderlich sind. Ob und wann diese erteilt werden, lässt die Erklärung offen.

Mit Fei-Fei Li steht eine der bekanntesten Forscherinnen der Branche hinter dem übernommenen Unternehmen. Sie gilt in der Szene als "Godmother of AI" und ist Professorin an der Stanford-Universität. World Labs hatte sie im September 2024 ins Leben gerufen.

Hintergrund: Was bisher geschah

World Labs ist kein unbekanntes Ziel für AMD. Bereits am 19.02.2026 berichtete aktien.news, dass das KI-Startup eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Dollar abgeschlossen hat. Zu den prominenten Investoren zählten damals die Chip-Giganten AMD und Nvidia sowie der Software-Hersteller Autodesk, der allein 200 Millionen Dollar beisteuerte und dem Unternehmen künftig beratend zur Seite stehen wollte. AMD war also schon vor der Übernahme an World Labs beteiligt.

Damals wurde auch die Person hinter dem Unternehmen eingeordnet. Gegründet wurde World Labs von Fei-Fei Li, die in der Branche als "Godmother of AI" gilt. Die Stanford-Professorin hatte das Startup erst im September 2024 mit einer Anschubfinanzierung von 230 Millionen Dollar ins Leben gerufen. Bloomberg News berichtete im Januar von Bewertungsgesprächen bei rund 5 Milliarden Dollar; World Labs selbst äußerte sich nicht zur damaligen Bewertung.

Am 24.02.2026 fasste aktien.news die milliardenschweren Deals der Tech-Giganten zusammen. Demnach liefert AMD dem Facebook-Konzern Meta KI-Chips im Wert von bis zu 60 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre. Im Gegenzug erhielt Meta die Option, bis zu 10 Prozent der AMD-Anteile zu erwerben. Die Lieferungen starten mit einem Gigawatt der neuen MI450-Flaggschiff-Generation.

Nur einen Tag später, am 25.02.2026, berichtete aktien.news über ein Abkommen zwischen Meta Platforms und AMD über den Kauf von KI-Chips im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar. Der Deal trieb die AMD-Aktie um mehr als 8 Prozent nach oben. Der Nasdaq Composite legte rund 1 Prozent zu, während S&P 500 und Dow Jones etwas dahinter zurückblieben. Besonders Aktien wie IBM und Oracle, die am Vortag stark unter Druck geraten waren, konnten sich erholen.

Am 21.05.2026 meldete aktien.news schließlich, dass AMD mehr als 10 Milliarden US-Dollar in das KI-Ökosystem Taiwans investieren will. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen die taiwanischen Unternehmen ASE und SPIL. Gemeinsam mit diesen Partnern plant AMD, energieeffizientere Technologien für KI-Systeme und Prozessoren zu entwickeln und damit die wachsende Nachfrage nach leistungsstarker, stromsparender KI-Hardware zu bedienen.

Was das für Anleger bedeutet

Die Übernahme von World Labs reiht sich in ein Muster ein, das Anleger bei AMD seit Monaten beobachten können: Der Konzern baut sein KI-Ökosystem über Partnerschaften, Lieferverträge und Beteiligungen aus. Der Unterschied liegt diesmal in der Struktur. Weil AMD mit eigenen Aktien bezahlt, kommt es auf den Kaufpreis in bar nicht an — dafür verändert sich die Zahl der ausstehenden Anteile.

Interessant ist der Preisvergleich, den die beiden Berichte ermöglichen. Im Januar war laut Bloomberg News von Bewertungsgesprächen bei rund 5 Milliarden Dollar die Rede, nun liegt der Übernahmepreis bei 8,2 Milliarden US-Dollar. Beide Zahlen stammen aus den Quellen; eine eigene Bewertung des Abstands ist damit nicht verbunden.

Ein Risiko bleibt bis zum Vollzug bestehen: Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Wie empfindlich der Markt auf Nachrichten rund um AMD reagiert, zeigte sich im Februar, als die Aktie nach dem Meta-Abkommen um mehr als 8 Prozent zulegte. Das ist eine historische Beobachtung und keine Prognose für den weiteren Kursverlauf.

Für deutsche Privatanleger, die AMD im Depot halten oder beobachten, sind zwei Punkte zentral: erstens der Zeitplan bis zum Jahresende, zweitens die Frage, wie sich die aktienbasierte Bezahlung auf die Aktionärsstruktur auswirkt. Beides ist in der Erklärung vom Montag angelegt. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Die Unternehmen nennen in ihrer Erklärung ein klares Ziel: Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Voraussetzung ist die Zustimmung der Behörden. Weitere Termine, Prognosen zum künftigen Geschäftsverlauf von World Labs unter dem AMD-Dach oder Angaben zu möglichen Integrationsschritten enthält die Erklärung nicht.

Beobachten lässt sich damit vor allem der Fortgang des Genehmigungsverfahrens. Sobald die Behörden entschieden haben, kann der Vollzug erfolgen — bis dahin bleibt der Deal in der Schwebe. Ein Datum für eine Entscheidung ist nicht genannt.

Kurz erklärt

  • Aktienbasierte Transaktion: Übernahme, bei der der Käufer nicht mit Bargeld zahlt, sondern eigene Aktien an die Verkäufer überträgt.
  • Behördliche Genehmigung: Zustimmung von Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden, die eine Übernahme vor dem Vollzug prüfen müssen.
  • KI-Startup: junges Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf künstlicher Intelligenz aufbaut.
AMDWorld LabsFei-Fei LiÜbernahmeKi-Startup8,2 Milliarden Us-DollarAktientransaktionChiphersteller

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  4. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer