AMD-Aktie: Steht nach Rekordkurs von 615 Dollar ein Split bevor?
Die AMD-Aktie schließt mit 615,52 Dollar auf Rekordniveau, der Konzern ist über eine Billion Dollar wert – doch ein Split fehlt seit 26 Jahren.

Die AMD-Aktie hat am Montag, dem 21. September, mit einem Rekordkurs von 615,52 US-Dollar geschlossen. Damit ist der Chipkonzern nun mehr als eine Billion US-Dollar wert. Angesichts dieser Bewertung stellt sich für viele Anleger die Frage, ob das Unternehmen einen Aktiensplit ankündigen könnte.
Ein Blick auf die Unternehmensgeschichte zeigt: AMD hat seine Aktie bereits sechs Mal gesplittet. Der bislang letzte Split liegt allerdings weit zurück – er fand im August 2000 statt und erfolgte im Verhältnis 2:1. Seitdem, also seit 26 Jahren, hat der Konzern keine Aktienteilung mehr vorgenommen. Auch unter dem aktuellen CEO, der den Kurs von etwa 3 US-Dollar auf mehr als 600 US-Dollar getrieben hat, gab es bislang keinen Split.
Was ein Aktiensplit genau bedeutet
Bei einem Aktiensplit wird der Kurs pro Aktie geteilt, während sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien im gleichen Verhältnis vervielfacht. Für die Aktionäre ändert sich dadurch unterm Strich nichts: Der Gewinn pro Aktie, die Eigentumsanteile und die Bewertung des Papiers bleiben unverändert. Ein Split ist damit in erster Linie ein optischer und psychologischer Effekt – der nominale Einstiegskurs pro Aktie sinkt, die Zahl der handelbaren Stücke steigt.
Der letzte Split im August 2000 erfolgte im Verhältnis 2:1. Das bedeutet: Aus einer Aktie wurden zwei, der Kurs halbierte sich rechnerisch, die Anzahl der ausgegebenen Aktien verdoppelte sich. Rein rechnerisch würde ein Split im gleichen Verhältnis den aktuellen Rekordkurs von 615,52 US-Dollar auf rund 307,76 US-Dollar halbieren – vorausgesetzt, der Kurs bliebe ansonsten unverändert. Der Wert einer bestehenden Position bliebe in diesem hypothetischen Szenario identisch.
Genau dieser Mechanismus erklärt, warum bei sehr hohen Kursen regelmäßig über Splits diskutiert wird. Ein Kurs von mehr als 600 US-Dollar pro Aktie kann für Privatanleger abschreckend wirken, obwohl sich auch kleinere Beträge investieren lassen. Ein Split würde den nominalen Einstiegspreis senken, ohne den Wert des Investments zu verändern.
Kein Split in 26 Jahren
Bemerkenswert ist die Zurückhaltung des Unternehmens: Sechs Splits stehen in der Unternehmensgeschichte, der letzte liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück. In dieser Zeit hat sich der Kurs der Aktie massiv verändert – von rund 3 US-Dollar auf über 600 US-Dollar. Der aktuelle Rekordkurs von 615,52 US-Dollar und die Marke von mehr als einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung markieren damit einen neuen Höhepunkt in der Unternehmenshistorie.
Für deutsche Anleger ist die Frage nach einem Split vor allem eine Frage der Handhabung im Depot. Wichtig zu wissen: Ein Split verändert den Wert einer bestehenden Position nicht. Wer AMD-Aktien hält, hätte nach einem Split lediglich mehr Stücke zu einem entsprechend niedrigeren Kurs im Depot – der Gesamtwert bliebe gleich. Steuerlich und wirtschaftlich entsteht dadurch kein Vorteil und kein Nachteil, da sich die Beteiligungsquote nicht verschiebt.
Ob AMD tatsächlich einen siebten Aktiensplit ankündigt, ist offen. Konkrete Pläne für eine weitere Aktienteilung nennt die Quelle nicht. Die Kombination aus Rekordkurs, Billionen-Bewertung und einer 26-jährigen Split-Pause liefert jedoch reichlich Gesprächsstoff für Anleger, die den Chipwert auf dem Radar haben.
Festhalten lässt sich: Ein Split ist kein Kurstreiber aus fundamentaler Sicht. Er verändert weder Gewinn noch Bewertung des Unternehmens. Für Anleger bleibt damit die operative Entwicklung des Chipkonzerns der entscheidende Faktor – nicht die Frage, ob die Aktie künftig in zwei oder mehr Stücke geteilt wird.
