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Amazon zahlt keine Dividende: Drei Gründe für langfristige Anleger

Trotz fehlender Ausschüttung sprechen Kapitalallokation, Wachstum und Steuern für das Halten der Amazon-Aktie.

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Amazon zahlt keine Dividende: Drei Gründe für langfristige Anleger

Amazon (AMZN) gehört zu den erfolgreichsten Aktien der vergangenen Jahrzehnte: Seit dem Börsengang im Mai 1997 ist der Kurs um mehr als 251.000 Prozent gestiegen. Doch ein Aspekt bleibt für viele Anleger frustrierend – das Unternehmen zahlt keine Dividende. Selbst als Tech-Schwergewichte der „Magnificent Seven" wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und Meta Platforms im Jahr 2024 endlich mit Dividendenzahlungen begannen, stellte sich Amazon dagegen.

Laut einer Analyse des US-Finanzportals The Motley Fool sollten Anleger dieses Thema dennoch beiseitelegen und die Aktie weiter halten. Die Begründung stützt sich auf drei Argumente: die Kapitalallokation des Konzerns, sein anhaltend starkes Wachstum und steuerliche Überlegungen. Der folgende Überblick fasst die zentralen Punkte zusammen.

Die Details

Die meisten Unternehmen beginnen mit Dividendenzahlungen, sobald sie ihre Reifephase erreicht haben. Ein berühmtes Gegenbeispiel ist Berkshire Hathaway: Warren Buffett war der Ansicht, er könne Kapital gewinnbringender einsetzen, und das Unternehmen vermied Ausschüttungen – abgesehen von einer einmaligen Dividendenzahlung im Jahr 1967. Amazon argumentiert in ähnlicher Logik.

Der Kapitalbedarf ist enorm. Im laufenden Jahr gibt Amazon 220 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren aus, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 132 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben (Capex) im Jahr 2025. In der Folge verzeichnete das Unternehmen über die vergangenen zwölf Monate einen Free-Cash-Flow-Abfluss von 7,6 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte Amazon regelmäßig jährlich Milliardenbeträge an Free Cash Flow generiert – ein Hinweis darauf, dass der Zeitpunkt für eine Dividendenzahlung derzeit nicht optimal wäre.

Trotz einer Marktkapitalisierung von 2,7 Billionen US-Dollar ist Amazon kein Unternehmen mit langsamem Wachstum geworden. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz um 18 Prozent auf 382 Milliarden US-Dollar. Das Cloud-Computing-Segment Amazon Web Services (AWS) steuerte 79 Milliarden US-Dollar zu diesem Umsatz bei – ein Wert, der im selben Zeitraum um 33 Prozent stieg. AWS erwirtschaftete in diesem Zeitraum nahezu 31 Milliarden US-Dollar am operativen Ergebnis des Unternehmens, was 60 Prozent des Gesamtergebnisses entspricht. Eine solche Wachstumsrate könnte die hohen Capex-Ausgaben rechtfertigen, die die Finanzlage belasten.

Ein weiterer Faktor sind Steuern. Zwar können Kapitalertragsteuern für Aktionäre erhebliche Kosten verursachen, doch solange Anleger nicht verkaufen, fallen keine Steuern an. Ausgaben für Capex oder Aktienrückkäufe werden dagegen als Betriebsaufwand behandelt, wodurch das gesamte verfügbare Kapital für seinen vorgesehenen Zweck eingesetzt wird. Sobald Aktionäre Dividendenzahlungen erhalten, unterliegen sie je nach IRS-Vorschriften einem Steuersatz zwischen 0 Prozent und 37 Prozent. Vor diesem Hintergrund könnte Amazon Aktienrückkäufe, die keine steuerpflichtigen Ereignisse darstellen, als bessere Kapitalverwendung betrachten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 26.09.2026 berichtete aktien.news, dass Amazon in diesem Jahr rund 220 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur investieren will – eine Summe, die nahezu dem gesamten verfügbaren Cashflow des Konzerns entspricht. Der Bericht verwies auf eine Analyse von The Motley Fool, die zu dem Ergebnis kam, dass sich die Investitionen langfristig auszahlen könnten.

Am 06.06.2026 meldete aktien.news, dass Amazon in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben plante – damals der größte Einzeljahresplan unter allen großen Technologieunternehmen weltweit. Als das Unternehmen die Summe im Februar bekanntgab, fiel die Aktie auf rund 198 US-Dollar; inzwischen hatte sie sich auf über 250 US-Dollar erholt.

Am 16.09.2026 berichtete aktien.news vor den Quartalszahlen, dass die Amazon-Aktie im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von 7,38 Prozent und über sechs Monate von 17,32 Prozent verzeichnete. Die Marktkapitalisierung belief sich zuletzt auf rund 2,68 Billionen US-Dollar.

Bereits am 27.04.2026 hatte aktien.news auf eine konträre Analyse von Motley Fool hingewiesen, wonach Amazon drohte, die schlechteste Magnificent-Seven-Aktie der nächsten Dekade zu werden – trotz der herausragenden langfristigen Entwicklung des Konzerns.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die fehlende Dividende zunächst ein Nachteil, wenn sie auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sind. Die Analyse argumentiert jedoch, dass Amazon sein Kapital intern besser einsetzen kann – insbesondere angesichts des Booms beim Aufbau künstlicher Intelligenz (AI). Die Investitionen haben ein Wachstum angekurbelt, das für ein Unternehmen dieser Größe ungewöhnlich ist.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Besteuerung. Solange Anleger ihre Anteile nicht verkaufen, fallen keine Steuern auf Kursgewinne an. Das Fehlen einer Dividende ermöglicht es ihnen somit, von der Wertsteigerung steuerfrei zu profitieren – zumindest bis zu einem Verkauf. Diese Überlegung ist besonders relevant, da Dividendenzahlungen je nach IRS-Vorschriften mit einem Steuersatz zwischen 0 Prozent und 37 Prozent belegt werden können.

Historisch hat Amazon zeitweise Aktienrückkäufe verfolgt: Im Jahr 2022 genehmigte das Unternehmen einen Rückkauf in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Der volle Betrag wurde jedoch nicht für diesen Zweck verwendet, und die Anzahl der ausgegebenen Aktien ist seitdem kontinuierlich gestiegen – ein Hinweis darauf, dass der Plan zugunsten von capex-getriebenen Investitionen aufgegeben wurde.

Ausblick

Die Analyse von The Motley Fool erwartet, dass Amazon angesichts seiner Geschichte und seiner Ausgabemuster eine Aktie bleibt, die sich trotz fehlender Dividende lohnt zu besitzen. Der Kapitalbedarf für künstliche Intelligenz gilt als der Bereich, in dem das Kapital dringend benötigt wird. Ob und wann Amazon künftig eine Dividende zahlen wird, lässt die Quelle offen. Angesichts der Strategie, die zu einer Rendite von über 251.000 Prozent während der Laufzeit dieser Konsumgüteraktie geführt hat, sei es schwer, Amazons Entscheidung gegen eine Dividende anzuzweifeln.

Kurz erklärt

  • Dividende: Ein Teil des Gewinns, den ein Unternehmen regelmäßig an seine Aktionäre ausschüttet.
  • Free Cash Flow: Der frei verfügbare Mittelzufluss eines Unternehmens nach Abzug aller Investitionen.
  • Capex: Investitionsausgaben für langfristige Vermögenswerte wie Rechenzentren oder Maschinen.
  • Aktienrückkauf: Der Erwerb eigener Aktien durch ein Unternehmen, wodurch sich die Zahl der ausgegebenen Anteile verringert.
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