Amazon verklagt Perplexity wegen KI-Einkaufsassistenten
Der Konzern wirft dem Start-up unbefugten Kontozugriff vor – Perplexity spricht von Behinderung des Wettbewerbs

Amazon hat eine Klage gegen das US-Start-up Perplexity AI eingereicht. Der Onlinehändler wirft dem Unternehmen vor, mit seinem sogenannten „agentischen“ Einkaufsassistenten Comet AI unbefugt auf Kundenkonten zugegriffen und automatisierte Aktivitäten als menschliches Verhalten getarnt zu haben. Laut der in Kalifornien eingereichten Klageschrift soll das System Sicherheitsrisiken für Kundendaten geschaffen und wiederholte Aufforderungen Amazons, die Praxis einzustellen, ignoriert haben.
Der Streit markiert eine neue Stufe der Auseinandersetzung um den Einsatz autonomer KI-Agenten, die eigenständig mit Websites interagieren und Online-Einkäufe übernehmen können. Während Amazon von „unrechtmäßigem Verhalten“ spricht, sieht Perplexity in der Klage einen Versuch, Konkurrenz zu unterdrücken und die Entwicklung von KI-Assistenten einzuschränken. Das Start-up wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Zugangsdaten der Nutzer würden ausschließlich lokal auf deren Geräten gespeichert.
Amazon argumentiert, das Verhalten von Perplexity beeinträchtige das Einkaufserlebnis seiner Kunden und störe die von Amazon entwickelte, personalisierte Benutzererfahrung. Unternehmen, die im Auftrag von Nutzern Käufe tätigen, müssten offen agieren und die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Plattformen respektieren. Das Unternehmen forderte Perplexity auf, sämtliche Aktivitäten des Comet-Agenten auf der Amazon-Plattform zu beenden.
Perplexity bezeichnete die jurische Vorgehensweise als „Einschüchterung durch einen Großkonzern“. In einem Blogbeitrag erklärte das Start-up, die Blockade des Comet-Agenten bedrohe die Wahlfreiheit der Nutzer und die Zukunft unabhängiger KI-Assistenten. Einfacheres Einkaufen führe zu mehr Transaktionen und zufriedeneren Kunden, hieß es weiter. Amazon verfolge hingegen primär seine werbebasierte Geschäftsstrategie.
Sowohl Amazon als auch Perplexity entwickeln KI-gestützte Einkaufstools. Amazons eigene Projekte, darunter „Buy For Me“ und der virtuelle Assistent „Rufus“, sollen Nutzern helfen, Produkte zu vergleichen und Warenkörbe zu verwalten. Perplexity verfolgt mit Comet einen ähnlichen Ansatz, bei dem der Browser alltägliche Aufgaben wie Preisvergleiche oder Bestellungen eigenständig übernehmen kann. Der Rechtsstreit verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen Plattformbetreibern und aufstrebenden KI-Anbietern über den künftigen Zugang zu Online-Marktplätzen.
