ANZEIGE

Schwarz Gruppe übernimmt Kontrolle bei Aleph Alpha

Gründer Jonas Andrulis zieht sich zurück, neue Doppelspitze soll das KI-Unternehmen neu ausrichten

2 Min
Schwarz Gruppe übernimmt Kontrolle bei Aleph Alpha

Der Machtwechsel beim Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha markiert eine neue Phase für das einstige Vorzeige-Start-up. Gründer Jonas Andrulis, der das Unternehmen 2019 ins Leben gerufen hatte, verliert seinen Posten als Geschäftsführer und zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Dort übernimmt er mit sofortiger Wirkung den Vorsitz. Die operative Leitung wird künftig von Reto Spörri und Ilhan Scheer übernommen, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte „Table Media“ über den Wechsel berichtet.

Mit dem Umbau an der Spitze verstärkt sich der Einfluss der Schwarz Gruppe, die über ihre Beteiligung zu den größten Investoren des Unternehmens zählt. Spörri, bislang Vorstandsmitglied innerhalb des Handelskonzerns, war bereits im Sommer zum Co-CEO von Aleph Alpha berufen worden. Er leitete zuvor die E-Commerce-Sparte von Lidl und gilt als enger Vertrauter des Unternehmensverbunds. Scheer kam im August von der Strategieberatung Accenture und verantwortete zunächst den Bereich Wachstum. Ab Januar wird er offiziell zum Co-CEO ernannt.

Die Personalentscheidungen bestätigen Spekulationen, die bereits seit der Neuordnung der Führungsebene im Sommer kursierten. Branchenbeobachter hatten vermutet, dass Andrulis seinen Posten räumen müsse, nachdem die Schwarz Gruppe zunehmend Kontrolle über strategische Entscheidungen gewann. Der Gründer bleibt zwar weiterhin größter Anteilseigner, doch die operative Verantwortung liegt nun bei Managern, die eng mit dem Investor verbunden sind.

Aleph Alpha war mit dem Ziel gestartet, eine europäische Alternative zu den großen US-amerikanischen KI-Entwicklern wie OpenAI zu schaffen. Früh erhielt das Start-up umfangreiche Finanzierungen und politische Unterstützung, galt als Symbol für technologische Unabhängigkeit Deutschlands im Bereich Künstliche Intelligenz. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht. Trotz hoher Investitionen konnte das Unternehmen mit den milliardenschweren Wettbewerbern aus den USA nicht Schritt halten.

In der Folge änderte Aleph Alpha seine strategische Ausrichtung. Statt eigene Sprachmodelle für den Massenmarkt zu entwickeln, konzentriert sich das Unternehmen inzwischen auf spezialisierte KI-Anwendungen für Behörden und öffentliche Institutionen. Mit dieser Neuausrichtung verlor Aleph Alpha an internationaler Strahlkraft. Für die Schwarz Gruppe, die hinter den Marken Lidl und Kaufland steht, bietet die aktuelle Struktur jedoch die Möglichkeit, eigene technologische Lösungen auf Basis der Aleph-Alpha-Software in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.

Neben der Schwarz Gruppe zählen der Berliner Wagniskapitalgeber Earlybird sowie mehrere Fonds, darunter die Deutsche Bank, zu den Anteilseignern. Eine vollständige Übernahme durch die Neckarsulmer Unternehmensgruppe ist bislang nicht bestätigt, wird in der Branche jedoch weiterhin als mögliches Szenario gesehen.

Aleph AlphaManagement Künstliche Intelligenz

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer