Aluminiumpreise fallen: Trump erwägt Rücknahme von Metallzöllen
Metallaktien unter Druck nach Berichten über mögliche Lockerung der US-Handelsbarrieren

Die Aluminiumpreise und Aktien großer Metallproduzenten sind am Freitag deutlich gefallen, nachdem bekannt wurde, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump eine Lockerung der bestehenden Metallzölle prüft. Die mögliche Kehrtwende in der Handelspolitik sorgt für Nervosität an den Rohstoffmärkten.
Der Aluminiumpreis an der Londoner Metallbörse gab am Freitag um 1,7 Prozent auf 3.045 US-Dollar je Tonne nach. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von fast 2 Prozent, im Jahresvergleich liegt das Metall jedoch noch 2 Prozent im Plus. Besonders hart traf es die Aktien von Metallunternehmen: Alcoa verlor 4 Prozent, Century Aluminum büßte 6 Prozent ein und Freeport-McMoRan fiel um 1,5 Prozent. Century Aluminum, stark vom US-Markt abhängig, verzeichnete die größten Verluste.
Weiße Haus überprüft Zollliste
Laut einem Bericht der Financial Times überprüft das Weiße Haus derzeit die Liste der von Zöllen betroffenen Produkte. Bestimmte Güter könnten von den Abgaben befreit werden, da die Sorge wächst, dass die Zölle die amerikanischen Verbraucher zu stark belasten. Die Trump-Administration erwägt zudem, die geplante Ausweitung der Zollliste zu stoppen und stattdessen gezieltere Untersuchungen zur nationalen Sicherheit für spezifische Waren einzuleiten.
Die mögliche Politikänderung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an den Handelsbarrieren. Vertreter aus dem Handelsministerium und dem Büro des US-Handelsbeauftragten äußerten Bedenken, dass die Zölle faktisch eine zusätzliche Steuer für amerikanische Bürger darstellen. Eine aktuelle Studie der New Yorker Federal Reserve belegt, dass US-Unternehmen und Verbraucher fast 90 Prozent der Kosten von Trumps Zöllen im Jahr 2025 getragen haben.
Lebenshaltungskosten belasten US-Verbraucher
Die USA befinden sich in einer hartnäckigen Lebenshaltungskostenkrise: Die Verbraucherpreise sind in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen. Anfang 2026 lebten fast 70 Prozent der Amerikaner von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck. Diese wirtschaftliche Realität setzt die Regierung unter Druck, die Zollpolitik zu überdenken.
Das Handelsministerium, das Büro des US-Handelsbeauftragten und das Weiße Haus lehnten auf Anfrage eine Stellungnahme zu den Entwicklungen ab. Für deutsche Investoren in Metallaktien bedeutet die Unsicherheit über die künftige US-Handelspolitik erhöhte Volatilität. Anleger sollten die weiteren Entwicklungen genau beobachten, da eine Aufhebung der Zölle die Wettbewerbsposition amerikanischer Metallproduzenten schwächen könnte.
