Russland ignoriert Trumps Zolldrohung wegen Öllieferungen nach Kuba
Kreml berät über Hilfe für Kuba trotz US-Sanktionsdrohungen gegen Öllieferanten

Der Kreml hat am Donnerstag deutlich gemacht, dass er sich von den Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump nicht beeindrucken lässt. Moskau berät weiterhin aktiv über Unterstützungsmaßnahmen für das von einer schweren Treibstoffkrise betroffene Kuba. Die Trump-Administration hatte angekündigt, Zölle gegen alle Länder zu verhängen, die der Karibikinsel direkt oder indirekt Öl liefern.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland strebe einen "konstruktiven Dialog" mit den USA über die Energiekrise Kubas an. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Zolldrohungen die russische Position nicht verändern würden. Das Weiße Haus begründet seine harte Linie damit, dass die kommunistisch geführte kubanische Regierung eine "ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung" für die USA darstelle.
Die USA haben ihre Druckkampagne gegen Kuba seit dem 3. Januar massiv verschärft. Damals führten sie eine außergewöhnliche Militäroperation durch, um den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro abzusetzen - einen langjährigen Verbündeten der kubanischen Führung. Die neue Offensive markiert eine deutliche Eskalation der US-Politik gegenüber den sozialistischen Regierungen in Lateinamerika.
Dramatische Notmaßnahmen in Kuba
Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das Land leidet bereits seit über 60 Jahren unter einem US-Handelsembargo, doch die aktuelle Situation hat sich dramatisch zugespitzt. Die kubanische Regierung hat deshalb weitreichende Notfallmaßnahmen angekündigt, um die Grundversorgung zu sichern.
Der Notfallplan sieht drastische Einschnitte vor: Der Treibstoffverkauf wird stark beschränkt, einige Tourismuseinrichtungen müssen schließen. Schulen verkürzen ihre Unterrichtstage, und in Staatsbetrieben wird die Arbeitswoche auf vier Tage - von Montag bis Donnerstag - reduziert. Die Treibstoffvorräte werden streng rationiert und nur noch für Schlüsselsektoren bereitgestellt.
Besonders dramatisch ist die Lage im Luftverkehr. Die kubanische Führung warnte am Sonntag, dass internationale Fluggesellschaften aufgrund des anhaltenden Mangels an Flugbenzin nicht mehr im Land auftanken könnten. Diese Nachricht hatte unmittelbare Folgen für den internationalen Flugverkehr.
Air Canada stellt Flüge ein
Air Canada reagierte prompt auf die Krise und strich zunächst alle Flüge zur Karibikinsel. Am Montag kündigte die Fluggesellschaft jedoch an, rund 3.000 Kunden, die sich bereits in Kuba befinden, in den kommenden Tagen zurück nach Kanada zu bringen. Für viele Touristen bedeutet die Situation eine unerwartete Unterbrechung ihrer Urlaubspläne.
Die Energiekrise trifft Kuba zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Tourismusbranche, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes, wird durch die Flugbenzin-Knappheit massiv beeinträchtigt. Gleichzeitig verschärft sich der diplomatische Konflikt mit den USA weiter.
Experten befürchten, dass sich die humanitäre Lage auf der Insel in den kommenden Wochen weiter verschlechtern könnte. Die kubanische Bevölkerung leidet bereits unter Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln und Medikamenten. Die neuen Rationierungsmaßnahmen dürften die Situation zusätzlich verschärfen und könnten zu sozialen Spannungen führen.
