ANZEIGE

Altersvorsorgedepot: Staat fördert Börsensparen, doch kaum einer kennt es

Ab dem 1. Januar zahlt der Staat Zuschläge bis 540 Euro pro Jahr – doch die Bekanntheit des neuen Altersvorsorgedepots ist gering.

•• 2 Min
Altersvorsorgedepot: Staat fördert Börsensparen, doch kaum einer kennt es

Der Startschuss fällt am 1. Januar: Dann zahlt der Staat erstmals Zuschläge für das Börsensparen im Alter. Das neue Altersvorsorgedepot soll die private Altersvorsorge auf ein breiteres Fundament stellen – doch viele Anleger wissen offenbar noch nichts davon.

Auf der Finanzmesse Finance26 machte Thomas Soltau vom Broker Smartbroker deutlich, wie groß die Wissenslücke ist. "Die Grundlagen des Altersvorsorgedepots sind vielen selbst erfahrenen Anlegern noch gar nicht klar", sagte er. Seine Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer Umfrage, die YouGov im Auftrag von Commerzbank und Comdirect durchgeführt hat.

Ein Drittel kennt das Produkt kaum

Für die Erhebung wurden gut 1500 Personen befragt. Demnach kennt rund ein Drittel der Befragten das Altersvorsorgedepot kaum oder gar nicht. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage nach der eigenen Nutzung aus: Die Mehrheit der Befragten gab an, kein Altersvorsorgedepot eröffnen zu wollen.

Immerhin ein Teil der Anleger zeigt sich interessiert. 16 Prozent der Befragten halten eine Depoteröffnung für sehr wahrscheinlich, weitere 22 Prozent für eher wahrscheinlich. Damit steht das Produkt vor einer doppelten Herausforderung: Es muss bekannter werden – und es muss diejenigen überzeugen, die bislang zögern.

Was der Staat zahlt und worauf Anleger achten sollten

Die Förderung ist ein zentrales Argument für das neue Produkt. Der Staat zahlt eine Zulage von bis zu 540 Euro pro Jahr, für jedes Kind kommen bis zu 300 Euro hinzu. Ein weiterer Vorteil liegt in der Ansparphase: Kapitalerträge werden dort nicht besteuert. Für Sparer, die über einen langen Zeitraum für das Alter vorsorgen, kann das den Unterschied machen.

Wie viel am Ende herauskommt, hängt maßgeblich von der Anlagestrategie ab. Breit gestreute Aktienindizes haben historisch rund 7 Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Die Börse gilt bei einem langen Anlagehorizont als geeignet für die Altersvorsorge – vorausgesetzt, Anleger halten zwischenzeitliche Kursschwankungen aus. Nach Einschätzung der Beteiligten ist das neue Produkt für die meisten Sparer rentierlicher als die bisherige Riester-Förderung. Wer ein Depot eröffnet, sollte daher vor allem auf die Kosten, die Anlagestrategie und die Förderberechtigung achten.

Preisschlacht der Broker und ein erwarteter Ansturm

Broker und Banken liefern sich bereits eine Preisschlacht um das Altersvorsorgedepot. In der Szene wird allerdings bezweifelt, dass die Institute einen plötzlichen Ansturm beim Kundenservice bewältigen könnten. Die Details des Produkts sind komplex – von der Förderberechtigung bis zur Übertragung bestehender Verträge. Das erfordert Mitarbeiter im Kundenservice, die die Fragen der Anleger tatsächlich beantworten können.

Soltau rechnet deshalb nicht mit einem Massenstart zum Jahreswechsel. Er geht vielmehr davon aus, dass der Start schrittweise erfolgt und sich die Nachfrage erst nach und nach entwickelt. Ein zweiter Schub dürfte aus der Übertragung alter Riester-Verträge entstehen. Soltau erwartet, dass Bestandskunden ihre bestehenden Verträge in das neue Produkt überführen.

Thomas Schaufler nennt das Altersvorsorgedepot einen "Gamechanger für die private Altersvorsorge in Deutschland". Ob sich diese Erwartung erfüllt, dürfte sich vor allem daran entscheiden, wie gut die Anbieter die offenen Fragen ihrer Kunden beantworten – und wie schnell das neue Produkt bei den Sparern überhaupt bekannt wird.

AltersvorsorgedepotStaatliche FörderungAltersvorsorgeBörsensparenZulageBrokerRiesterAktienindizes

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  4. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer