Almonty liefert Sandvik Wolfram aus spanischen Halden – Deal gegen China-Dominanz
Almonty liefert Sandvik Wolfram aus spanischen Halden – ein strategischer Deal gegen Chinas Dominanz.

Almonty Industries (Nasdaq: ALM) hat sich bereit erklärt, den schwedischen Bergbaumaschinenhersteller Sandvik (STO: SAND) langfristig mit Wolfram zu beliefern. Das Metall wird aus den Halden der stillgelegten Los-Santos-Mine in Spanien gewonnen. Die Nachricht kommt zu einer Zeit, in der westliche Unternehmen händeringend nach Alternativen zur chinesischen Dominanz auf dem Wolframmarkt suchen.
Der Deal ist als Take-or-Pay-Vertrag strukturiert, wie Almonty am Donnerstag mitteilte. Das Wolfram wird an die Wolfram Bergbau und Hütten AG geliefert, eine Einheit des schwedischen Konzerns. „Die Vereinbarung soll eine beschleunigte Lösung für die Wolframversorgung schaffen, die es ermöglicht, Konzentrat in deutlich kürzerer Zeit zu liefern als bei der Erschließung einer traditionellen Mine“, erklärte Almonty.
Hintergrund: Chinas Dominanz und Exportkontrollen
China kontrolliert rund 80 Prozent der globalen Wolframproduktion. Peking verschärfte 2025 die Exportkontrollen für das extrem harte und hitzebeständige Metall, das in zahlreichen strategischen Anwendungen zum Einsatz kommt – von Waffensystemen über Halbleiter bis hin zu Industriemaschinen. Die Maßnahmen aus Peking haben den Bemühungen um die Sicherung alternativer Lieferquellen zusätzliche Dringlichkeit verliehen.
Für Sandvik bedeutet der Deal eine weitere europäische Bezugsquelle für Wolfram. Die EU und die USA arbeiten intensiv daran, ihre Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferungen zu reduzieren.
Wiederaufbereitung von Halden statt Neubau
In Los Santos plant Almonty den Einsatz speziell entwickelter Technologie, um bestehende Halden aufzubereiten. Statt den konventionellen Bergbau wieder aufzunehmen, werden die Abfallprodukte der stillgelegten Mine verarbeitet. Diese enthalten zwar geringere Wolframgehalte als frisch abgebautes Erz, doch die stark gestiegenen Preise und die hohe Nachfrage nach westlicher Versorgung haben die Aufbereitung wirtschaftlich attraktiv gemacht.
Spanien verfügt über die größten Wolframreserven Westeuropas. Allerdings wurden Bemühungen, neue Minen in Betrieb zu nehmen, immer wieder durch behördliche Hürden ausgebremst. Almonty hat dies am eigenen Leib erfahren: Das Unternehmen besitzt seit 2013 die Bergbaulizenz für sein Valtreixal-Projekt in Spanien, wartet jedoch weiterhin auf die erforderlichen Genehmigungen für den Betriebsbeginn. Eine Regionalregierung stellte im Juli eine nicht bindende negative Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt aus.
Sangdong-Mine als Kernstück
Das Kernstück des Unternehmens ist die Sangdong-Mine in Südkorea, die vor kurzem nach mehr als drei Jahrzehnten Stillstand wieder in Produktion ging. Zudem fördert Almonty Wolfram in seiner Panasqueira-Mine in Portugal. Die Wiederinbetriebnahme von Sangdong gilt als wichtiger Meilenstein für die globale Wolframversorgung außerhalb Chinas.
Europas Strategie für kritische Rohstoffe
Europa hat seine Bemühungen zur Sicherung kritischer Rohstoffe in den vergangenen Jahren massiv intensiviert. Geopolitische Spannungen haben die Risiken konzentrierter ausländischer Lieferketten schonungslos offengelegt. Die Europäische Union verabschiedete 2024 das Kritische-Rohstoffe-Gesetz (Critical Raw Materials Act), um mehr Förderung, Verarbeitung und Recycling innerhalb des Blocks zu fördern.
Die Europäische Kommission hat Wolfram im April zusammen mit Seltenerdmetallen, Gallium, Magnesium, Germanium und Graphit in ihre Pläne zum gemeinsamen Einkauf kritischer Mineralien aufgenommen. Der Plan für Los Santos wird dabei maßgeblich durch den Preisanstieg von Wolfram seit Einführung der chinesischen Exportkontrollen sowie durch die Nachfrage europäischer Verbraucher wie Sandvik nach alternativen Lieferanten vorangetrieben.
Für Almonty eröffnet sich mit dem Sandvik-Deal ein neues, profitables Geschäftsfeld. Die Aufbereitung von Haldenabfällen ist nicht nur kostengünstiger als der Neubau einer Mine, sondern auch deutlich schneller realisierbar – ein entscheidender Vorteil in einem Markt, der von Versorgungsengpässen und steigenden Preisen geprägt ist.
