Aktienmärkte im Aufwind: Positive Signale aus aller Welt treiben Kurse an
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Am 19. Dezember 2023 konnte der DAX seine Verluste vom Vortag wettmachen und eine positive Entwicklung verzeichnen. Diese erfreuliche Kursentwicklung wurde vor allem durch die positiven Signale aus den Auslandsmärkten in Tokio und New York begünstigt. Sowohl die steigende Tokioter Börse als auch die freundliche Wall Street sorgten für gute Stimmung bei den Anlegern. Der deutsche Leitindex konnte die Verluste vom Vortag ausgleichen und schloss bei 16.744 Punkten, was einem Anstieg von 0,56 Prozent entspricht. Das Tageshoch erreichte dabei 16.750 Punkte. Auch der MDAX, der die mittelgroßen Unternehmenswerte repräsentiert, verzeichnete Gewinne und stieg um 0,94 Prozent auf 27.156 Zähler.
Die positive Stimmung an den Märkten wurde größtenteils von der Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA und der Eurozone im kommenden Jahr getragen. An diesem Tag standen keine marktbewegenden Konjunkturdaten auf der Agenda.
Eine überraschende Unterstützung für die Zinsoptimisten kam aus Japan, wo die Notenbank (BoJ) ihre ultralockere Geldpolitik beibehielt. Obwohl Notenbankchef Kazuo Ueda optimistisch in Bezug auf die perspektivische Inflation war, betonte er die Notwendigkeit, einen positiven Lohn-Inflations-Zyklus abzuwarten und weitere Daten zu sichten. Trotzdem rechnen etwa 80 Prozent der japanischen Ökonomen mit einem Ende der Negativzinspolitik im nächsten Jahr. Diese Entscheidung wurde an den Aktienmärkten positiv aufgenommen, da das billige Zentralbankgeld weiterhin in die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt fließen wird. Die lockere Haltung der Bank of Japan trug dazu bei, die Stimmung an den Aktienmärkten zu unterstützen.
Die großen Aktienindizes in New York setzten ihre Weihnachtsrally fort. Der Dow Jones legte um knapp 0,6 Prozent zu und erreichte mit 37.534 Punkten eine neue Bestmarke. Der Auswahlindex Nasdaq 100 erreichte ebenfalls ein neues Allzeithoch bei 16.800 Punkten. Die Analysten sind optimistisch und erwarten weitere positive Überraschungen an den US-Aktienmärkten. Einige Experten prognostizieren sogar, dass der Dow Jones die Marke von 40.000 Punkten perspektivisch erreichen könnte.
Die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA stützte den Euro gegenüber dem Dollar, der auf 1,0974 Dollar stieg. Auch die Rohstoffpreise stiegen, da der fallende Dollar die Nachfrage nach Rohstoffen erhöhte. Ein Barrel Öl der Nordsee-Sorte Brent kostete 79,40 Dollar, was einem Anstieg von 1,8 Prozent entspricht. Der Goldpreis lag bei 2.045 Dollar je Feinunze, was einem Anstieg von 0,2 Prozent entspricht.
Die Inflationszahlen aus der Eurozone trugen ebenfalls zur guten Stimmung bei, da der Preisauftrieb in der Euro-Zone merklich nachließ. Im November stiegen die Verbraucherpreise nur noch um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) einer Inflationsrate von 2,0 Prozent näher kommt. Francois Villeroy de Galhau, der französische Notenbankchef, erwartet, dass die EZB im Laufe des Jahres 2024 die Zinsen senken wird, nachdem sie sie auf ihrer letzten geldpolitischen Sitzung im laufenden Jahr unverändert gelassen hatte.
Die Aktie des Medizintechnik-Spezialisten Sartorius führte die Gewinnerliste im deutschen Leitindex an und verzeichnete einen Anstieg von rund vier Prozent. Die Privatbank Berenberg empfahl die Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 300 Euro. Gespräche mit Konzernchef Joachim Kreuzburg bei einer Investorenveranstaltung bestätigten die positiven Auftragstrends bei dem Labor- und Pharmazulieferer.
Die Aktien von Bayer verzeichneten trotz eines erneuten Urteils in den USA gegen die Tochter Monsanto leichte Gewinne. Ein US-Gericht verurteilte Monsanto zur Zahlung von 857 Millionen Dollar an ehemalige Schüler und Elternvertreter einer Schule nordöstlich von Seattle. Diese behaupteten, dass die von Monsanto hergestellte Chemikalie PCB gesundheitliche Probleme verursacht habe. Trotz des Urteils konnten die Bayer-Aktien den positiven Trend auf den Märkten weiterhin verfolgen.
Bei Volkswagen einigte sich die Unternehmensleitung mit dem Betriebsrat auf ein milliardenschweres Sparprogramm. Das Unternehmen plant, bereits im nächsten Jahr den Gewinn um bis zu vier Milliarden Euro zu steigern und bis 2026 auf zehn Milliarden Euro zu erhöhen, wobei die Rendite auf 6,5 Prozent steigen soll. Dieses Programm gilt als das umfassendste in der Geschichte der Marke Volkswagen. Es sieht vor, die Personalkosten in der Verwaltung um ein Fünftel zu senken und die Altersteilzeit auf den Jahrgang 1967 auszuweiten. Einige Mitarbeiter können auch Abfindungen erhalten. Die größten Einsparungen werden jedoch bei den Material-, Produkt- und Fertigungskosten erwartet.
