ANZEIGE

DAX auf Rekordkurs: Anleger feiern, doch Experten warnen vor Übermut

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

3 Min
DAX auf Rekordkurs: Anleger feiern, doch Experten warnen vor Übermut

Die Zuversicht der Anleger scheint derzeit keine Grenzen zu kennen. Die DAX-Weihnachtsrally setzte sich auch zum Wochenstart fort, der Leitindex markierte ein weiteres Rekordhoch. Der deutsche Leitindex überwand erstmals in seiner Geschichte die Marke von 16.800 Punkten bis auf sein Tageshoch bei 16.817 Zählern. Der Schlussstand lag letztlich bei 16.794 Punkten, ein moderates Plus von 0,21 Prozent. Damit setzte der DAX auf sein Rekordhoch vom Freitag noch ein paar Punkte obendrauf.

Somit setzt zumindest der deutsche Leitindex ungeachtet eher durchwachsener Konjunkturdaten und -aussichten seine Klettertour auf bisher nie gesehene Höhen fort. Als Grund wird immer wieder massive Zinsfantasie ins Feld geführt, nicht nur hierzulande, sondern auch an den anderen großen Märkten. Hinzu kommt ein zuletzt fallender Ölpreis und, aus deutscher Sicht sehr willkommen, ein schwächelnder Euro.

Diesen nahezu perfekten Rahmenbedingungen haben die Skeptiker derzeit nichts entgegenzusetzen. Sie müssen vielmehr aufpassen, den fahrenden Börsenzug nicht zu verpassen. "Die Hausse nährt die Hausse" ist wohl nicht umsonst eine der bekanntesten Börsenweisheiten. Allerdings konnte der industrie- und exportlastige MDAX, der Index der mittelgroßen Werte, zuletzt nicht mithalten. So auch heute wieder, der Index verlor 0,26 Prozent auf 26.622 Punkte.

Im weiteren Fokus der Anleger stehen die zahlreichen Notenbanktermine im weiteren Wochenverlauf. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch, als auch die EZB sowie die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank kommen zu ihren letzten Sitzungen im laufenden Jahr zusammen. "Sowohl bei der Federal Reserve als auch bei der EZB rechnet kein Marktteilnehmer auf der letzten Notenbanksitzung in diesem Jahr mit einem weiteren Zinsschritt", konstatierte Christian Henke vom Broker IG. "Vielmehr dürfte sich nun die Frage stellen, wann die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank im kommenden Jahr das Zinsrad wieder zurückdrehen werden."

Experten warnen zwar davor, dass in den aktuellen hohen Kursen bereits viel Fantasie enthalten ist und damit Rückschlagsgefahr besteht, die Rufe verhallen jedoch derzeit meist ungehört. Bei der EZB wetten Investoren inzwischen bereits auf eine erste Zinssenkung schon im März. "Ein Schritt nach unten im April ist sogar bereits zu 100 Prozent in den Kursen enthalten", so die Zins- und Währungsspezialisten Benjamin Schroeder und Francesco Pesole der niederländischen Großbank ING.

Überraschend stark ausgefallene Arbeitsmarktdaten in den USA hatten den Wetten auf eine schnelle Zinssenkung zuletzt einen Dämpfer versetzt, zugleich aber die Aussicht auf eine sanfte Landung der US-Wirtschaft verstärkt.

Im Tagesgeschäft zeigt sich die Wall Street zwar weiter auf hohem Niveau, aber ohne klare Richtung. Während der Leitindex Dow Jones leicht zulegt, tendieren die anderen großen Indizes bei insgesamt geringen Schwankungen unentschlossen. Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index einen weiteren Höchststand seit Anfang vergangenen Jahres erreicht. Bereits in der vergangenen Woche war die Ende Oktober gestartete US-Börsenrally ins Stocken geraten. Eine Verschnaufpause nach einer solchen Rally ist aber nicht ungewöhnlich. Zudem fehlen bisher auch größere Verkäufer, was ein durchaus positives Signal ist.

Treiber der Rally war auch in den USA die Aussicht, dass die Notenbanken im Ringen mit der hohen Inflation ausreichend Fortschritte gemacht haben und daher die Leitzinsen schon früh im kommenden Jahr senken könnten. Laut dem Marktbeobachter Craig Erlam vom Broker Oanda werden in den kommenden Tagen die Weichen dafür gestellt, wie das Jahr 2023 zu Ende geht und das kommende Jahr beginnt. Dem Experten zufolge richten sich die Blicke auf Zinsentscheide, darunter vor allem jener der US-Notenbank Fed am Mittwoch mit erhofften Aussagen zum geldpolitischen Kurs. Dafür von Bedeutung sind am Dienstag bereits die jüngsten US-Verbraucherpreisdaten.

Die Nachrichtenlage aus dem Unternehmenssektor ist überschaubar. Allerdings fällt die Aktie des weltberühmten Kaufhauses Macy's mit einem Kurssprung von über 19 Prozent deutlich aus dem Rahmen. Die Aktie profitiert von massiver Übernahmefantasie. Wie das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, wollen die Investoren Arkhouse Management und Brigade Capital Management 21 Dollar je Anteilsschein bieten. In Summe macht das rund 5,8 Milliarden Dollar (5,4 Mrd Euro).

Marktberichte

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer