DAX erreicht Rekordhoch, aber kann es nicht halten
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Am gestrigen Handelstag konnte der DAX das zuvor erreichte Rekordhoch von knapp über 17.000 Punkten nicht halten. Die Geldpolitik in den USA und Europa standen im Fokus der Märkte. Die seit Wochen vorherrschende Spekulation auf Zinssenkungen sowohl in den USA als auch in Europa hatte den DAX erstmals über die Marke von 17.000 Punkten getrieben. Kurz nach Handelsbeginn übersprang der deutsche Leitindex die neue Tausendermarke und erreichte bei 17.003 Zählern ein weiteres Rekordhoch.
Auch andere europäische Indizes verzeichneten anfangs starke Gewinne, darunter der EuroStoxx 50, der den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten erreichte, und der französische Leitindex Cac 40, der ebenfalls ein Rekordhoch markierte. Bereits gestern hatte der US-Leitindex Dow Jones nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank ein Allzeithoch erreicht.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen konnte der DAX das hohe Niveau nicht aufrechterhalten und fiel sogar ins Minus bis auf sein Tagestief bei 16.670 Punkten. Der Schlussstand lag mit einem Mini-Minus von 0,08 Prozent bei 16.752 Punkten fast unverändert. Dies war größtenteils auf die verhalteneren Kommentare der Europäischen Zentralbank (EZB) nach ihrem Zinsentscheid zurückzuführen, die die Euphorie nach dem Signal der US-Notenbank gedämpft haben.
Trotz des Rückgangs hat der DAX seit dem Zwischentief im Oktober immer noch einen Gewinn von fast 15 Prozent verzeichnet. Der DAX ist ein sogenannter Performance-Index, der die Dividenden der Unternehmen bei der Berechnung berücksichtigt.
Die positiven Entwicklungen am Markt wurden durch Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell ausgelöst. Obwohl die Fed den Leitzins unverändert ließ, signalisierten die Währungshüter, dass sie nun Zinssenkungen in Betracht ziehen. Powell äußerte die Frage, wann eine Lockerung angebracht sein könnte, was zu Spekulationen über eine bevorstehende Senkung der Zinsen führte. Analysten gehen davon aus, dass die Fed Mitte nächsten Jahres erstmals seit langem die Zinsen senken wird.
Die EZB ihrerseits beließ die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert bei 4,5 Prozent und den Einlagensatz bei 4,00 Prozent. Gleichzeitig kündigte sie an, ihre Anleihenkäufe im kommenden Jahr allmählich zurückzufahren. Die weitere Entwicklung der Inflation wird entscheidend sein, um festzustellen, wann eine erste Zinssenkung in Europa erfolgen könnte.
Die Aussicht auf niedrigere Zinsen in den USA belastete den Dollar, was den Euro auf den höchsten Stand seit Ende November trieb. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0919 Dollar fest. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beließ ihre Leitzinsen ebenfalls unverändert, signalisierte jedoch eine Abkehr von ihren Fremdwährungsverkäufen, um den Franken nicht weiter aufzuwerten.
Die deutschen Erzeugerpreise in der Landwirtschaft zeigten eine weitere Entspannung in Bezug auf die Inflation. Im Oktober fielen die Preise um 14,5 Prozent niedriger aus als im Vorjahr, hauptsächlich aufgrund eines Basiseffekts. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Preisauftrieb bei Lebensmitteln allmählich nachlässt.
Im DAX gab die T-Aktie aufgrund von Verkaufsankündigungen der Bundesregierung stark nach. Auch die Papiere der DHL Group Deutsche Post verzeichneten Verluste. Die Bundesregierung plant, die Sanierung der Deutschen Bahn durch den Verkauf von Aktien der Telekom und der DHL zu finanzieren.
Immobilienwerte hingegen profitierten von der Aussicht auf sinkende Zinsen, was die Refinanzierung der Immobiliengesellschaften erleichtern würde. Vonovia stieg um mehr als acht Prozent, während LEG Immobilien im MDAX fast sieben Prozent gewann.
Versicherungsaktien hingegen verloren, da höhere Zinsen für sie von Vorteil sind. Hannover Re und Münchener Rück waren die größten Verlierer in dieser Kategorie. Auch Allianz-Papiere verzeichneten Verluste.
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