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Agrarpreise steigen stärkstes Quartal seit 2022: Inflationsgefahr wächst

Der Bloomberg Agriculture Spot Index legte bis September um 13 Prozent zu – der stärkste Anstieg seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

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Agrarpreise steigen stärkstes Quartal seit 2022: Inflationsgefahr wächst

Die globalen Agrarpreise haben den stärksten Quartalsanstieg seit der Invasion der Ukraine durch Russland Anfang 2022 verzeichnet. Als Treiber nennt die Quelle neue Spannungen in der Schwarzmeerregion sowie extreme Wetterbedingungen. Für die Zentralbanken könnte diese Entwicklung zu einem potenziellen Gegenwind für ihre Inflationsziele werden.

Konkret stieg der Bloomberg Agriculture Spot Index im Dreimonatszeitraum bis September um 13 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit März 2022. Der Index bildet zehn wichtige Kulturen ab – von Sojabohnen bis Kaffee.

Damit rückt ein Thema wieder in den Fokus, das Anleger und Notenbanker gleichermaßen betrifft: Steigende Rohstoffpreise für Nahrungsmittel schlagen sich mit Verzögerung in den Verbraucherpreisen nieder. Agrarrohstoffe gelten als besonders sensibler Bestandteil der Inflation, weil sie direkt auf die Preise im Supermarkt und in der Gastronomie durchschlagen können.

Warum die Schwarzmeerregion entscheidend ist

Die Schwarzmeerregion zählt zu den wichtigsten Exportdrehscheiben für Getreide und Ölsaaten. Neue Spannungen dort wirken sich unmittelbar auf die Lieferketten und damit auf die Weltmarktpreise aus. Bereits 2022 hatte der Ausbruch des Krieges in der Ukraine die Agrarpreise weltweit sprunghaft steigen lassen.

Hinzu kommen extreme Wetterbedingungen, die die Ernteerträge in wichtigen Anbauregionen belasten. Beide Faktoren zusammen erklären den kräftigen Anstieg des Index, der zehn zentrale Agrarrohstoffe von Sojabohnen bis Kaffee umfasst.

Was das für die Zentralbanken bedeutet

Die Notenbanken weltweit – darunter auch die Europäische Zentralbank – verfolgen das Ziel stabiler Verbraucherpreise. Steigende Agrarpreise erschweren dieses Vorhaben, weil sie die Teuerung bei Lebensmitteln anheizen können. Der jüngste Anstieg dürfte daher als Warnsignal gewertet werden.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Zum einen betrifft sie die eigene Kaufkraft, wenn Lebensmittel teurer werden. Zum anderen können Agrarrohstoffe als Anlageklasse an Bedeutung gewinnen, etwa über Rohstoff-ETFs oder entsprechende Fonds.

Ob sich der Preisanstieg fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung in der Schwarzmeerregion und vom Wetter ab. Klar ist: Mit einem Plus von 13 Prozent im dritten Quartal hat der Bloomberg Agriculture Spot Index ein Niveau erreicht, das zuletzt im März 2022 – also kurz nach Kriegsbeginn – zu beobachten war.

Die Kombination aus geopolitischen Risiken und Wetterextremen bleibt damit ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die globale Inflation. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Agrarpreise aufmerksam verfolgen.

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