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Zhipu AI steigt 30% nach GLM-5 Launch – Chinesische KI-Aktien im Aufwind

Neue KI-Modelle von Zhipu und MiniMax treiben Kurse nach oben, während Regierung Kommerzialisierung fordert.

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Zhipu AI steigt 30% nach GLM-5 Launch – Chinesische KI-Aktien im Aufwind

Chinesische Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz verzeichneten am Donnerstag deutliche Kursgewinne, nachdem mehrere Unternehmen neue Modelle präsentiert hatten. Zhipu AI, in Hongkong als Knowledge Atlas Technology gelistet, schoss um 30 Prozent nach oben. Der Auslöser: die Veröffentlichung von GLM-5, einem Open-Source-Large-Language-Model mit erweiterten Programmierfähigkeiten.

Zhipu AI gibt an, dass GLM-5 in Programmier-Benchmarks mit Claude Opus 4.5 von Anthropic mithalten kann und in einigen Tests sogar Googles Gemini 3 Pro übertrifft. CNBC konnte diese Angaben nicht unabhängig verifizieren. Das Modell wurde speziell für langlaufende Agenten-Aufgaben optimiert.

Auch MiniMax profitierte von einer Produktneuheit: Die Hongkonger Aktie kletterte um 11 Prozent, nachdem das Unternehmen sein aktualisiertes Open-Source-Modell M2.5 vorstellte. Das Modell wurde nach Unternehmensangaben für Coding und agentenbasierte Workflows entwickelt und verfügt über verbesserte KI-Agenten-Tools.

Wettlauf um technologische Aufholjagd

Die Kursgewinne spiegeln den intensiven Wettbewerb im KI-Sektor wider. Chinesische Entwickler versuchen mit einer Flut neuer Modelle und Agenten-Releases zu ihren US-amerikanischen Konkurrenten aufzuschließen. Die Dynamik hat die Anlegerstimmung gegenüber KI-bezogenen Unternehmen spürbar verbessert.

UCloud Tech, das Rechenleistung für Zhipu bereitstellt, erreichte in Shanghai mit einem Plus von 20 Prozent das tägliche Handelslimit. SenseTime, das seinen Fokus von Gesichtserkennungstechnologie auf KI-Softwareplattformen verlagert hat, gewann in Hongkong 5 Prozent. Der Shanghai STAR AI Industry Index stieg zwischenzeitlich um 1,7 Prozent.

DeepSeek, das im vergangenen Jahr international für Aufsehen sorgte, aktualisierte am Mittwoch sein Flaggschiff-KI-Modell. Laut South China Morning Post wurden die Unterstützung für ein größeres Kontextfenster und aktuelleres Wissen hinzugefügt. Die Ant Group veröffentlichte ihr Open-Source-Modell Ming-Flash-Omni 2.0, das Sprache, Musik, Soundeffekte und visuelle Inhalte generieren kann.

Politischer Rückenwind aus Peking

Chinas Ministerpräsident Li Qiang unterstrich am Mittwoch die Bedeutung einer "skalierten und kommerzialisierten Anwendung von KI". Er forderte eine bessere Koordinierung von Energie- und Rechenressourcen und kündigte Verbesserungen für KI-Talente und Unternehmen an. Die politische Unterstützung verleiht der Branche zusätzlichen Auftrieb.

Die Rallye bei reinen KI-Startups steht allerdings im Kontrast zu etablierten Tech-Giganten. Tencent verlor 2,6 Prozent, Alibaba 2,1 Prozent. Der Hang Seng Tech Index in Hongkong sank um 1,7 Prozent. Offenbar setzen Anleger auf spezialisierte KI-Player statt auf diversifizierte Technologiekonzerne.

Unterschiedliche Strategien zu den USA

Tai Hui, Chefmarktstratege für Asien-Pazifik bei JP Morgan, hält die Diskussion über eine KI-Blase für "etwas verfrüht". Es gebe weltweit viele Qualitätswerte mit soliden Fundamentaldaten. Anleger würden zunehmend differenzierte Wetten bei Cloud- und KI-Infrastrukturanbietern eingehen, deren hohe Ausgaben durch tatsächliche Gewinne gedeckt seien.

Chinesische Technologieunternehmen verfolgen laut Rolf Bulk, Analyst bei der Futurum Group, einen relativ sparsamen Ansatz bei der KI-Entwicklung. Die Investitionsausgaben liegen deutlich unter denen amerikanischer Konkurrenten, während sich die Unternehmen stark auf den Inlandsmarkt konzentrieren. Diese Strategie könnte sich angesichts der jüngsten Kursentwicklung als erfolgreich erweisen.

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