Nebius investiert Milliarden in französisches KI-Rechenzentrum mit 240 MW
Amsterdamer Cloud-Anbieter wandelt Bridgestone-Werk bei Lille um und startet bereits im Spätsommer 2025

Das Amsterdamer KI-Unternehmen Nebius errichtet in Béthune nahe Lille ein massives Rechenzentrum mit einer Leistung von 240 Megawatt. Das Projekt nutzt ein ehemaliges Bridgestone-Reifenwerk und soll schrittweise in Betrieb gehen. Bereits im Spätsommer 2025 wird die erste Kapazität verfügbar sein, während bis Ende 2026 etwa die Hälfte des Standorts betriebsbereit sein soll, wie Tom Blackwell, Chief Communications Officer von Nebius, bestätigte.
Die Investitionssumme liegt nach Branchenschätzungen im mehrstelligen Milliarden-Euro-Bereich. Nebius äußerte sich nicht zu den genauen Kosten, doch Rechenzentren dieser Größenordnung erfordern typischerweise Investitionen von drei bis fünf Milliarden Euro. Die Anlage wird speziell für rechenintensive KI-Anwendungen ausgelegt.
Milliarden-Deals mit US-Tech-Giganten
Nebius hat sich in den vergangenen Monaten als wichtiger Infrastruktur-Partner für amerikanische Technologiekonzerne etabliert. Das Unternehmen sicherte sich einen 17-Milliarden-Dollar-Vertrag mit <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und einen weiteren Deal über 3 Milliarden Dollar mit Meta. Diese Großaufträge katapultierten Nebius in die erste Liga der sogenannten "Neocloud"-Anbieter.
Branchenexperten stufen Nebius mittlerweile auf Augenhöhe mit dem US-Wettbewerber CoreWeave ein. Beide Unternehmen haben sich auf die Bereitstellung von KI-Infrastruktur für Hyperscaler spezialisiert und profitieren vom explosionsartigen Wachstum des KI-Marktes. Die Nachfrage nach Rechenkapazität für große Sprachmodelle und andere KI-Anwendungen treibt den Ausbau entsprechender Rechenzentren weltweit voran.
Strategischer Standort in Nordfrankreich
Die Wahl des Standorts Béthune in der Region Hauts-de-France bietet mehrere Vorteile. Die Region verfügt über gute Anbindungen an europäische Glasfasernetze und eine stabile Stromversorgung. Zudem profitiert das Projekt von der Umnutzung bestehender Industrieinfrastruktur, was Genehmigungsverfahren beschleunigt und Baukosten senkt.
Das schrittweise Hochfahren der Kapazitäten ermöglicht es Nebius, flexibel auf Kundennachfrage zu reagieren und Investitionen zeitlich zu strecken. Bis 2026 soll der Standort zu einem der größten KI-Rechenzentren Europas ausgebaut werden.
