Zentralbanken unter Druck: Türkisches Gold erschwert Inflationsbekämpfung
Weltweit geraten Notenbanken zwischen politischen Populismus und geldpolitische Unabhängigkeit – mit gravierenden Folgen für die Preisstabilität.

Zentralbanken rund um den Globus kämpfen an zwei Fronten gleichzeitig: gegen hartnäckige Inflation und gegen wachsenden politischen Druck, die Zinsen zu senken. Besonders dramatisch zeigt sich dieses Spannungsfeld derzeit in der Türkei, wo ein beispielloser Goldboom die Inflationsbekämpfung der Notenbank massiv erschwert.
Der Wert türkischer Privathaushalte hat sich durch den globalen Goldpreisanstieg im vergangenen Jahr um geschätzte 300 Milliarden Dollar erhöht. Der Gesamtwert des türkischen Goldbestands übersteigt mittlerweile 750 Milliarden Dollar – das entspricht fast der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von 1,57 Billionen Dollar. Diese enorme Vermögenszunahme befeuert die Konsumnachfrage, obwohl die Inflation noch immer über 30 Prozent liegt.
Besonders auffällig ist das Verhalten der türkischen Bevölkerung: Rund 600 Milliarden Dollar des Goldes lagern außerhalb des formellen Bankensystems – sprichwörtlich „unter der Matratze
