Deutsche Inflation sinkt im Februar auf 1,9 Prozent
Die Teuerungsrate fällt erstmals seit Monaten wieder unter die Zwei-Prozent-Marke – ein Signal für Verbraucher und Anleger.
Die Inflation in Deutschland hat im Februar 2026 die wichtige Marke von zwei Prozent unterschritten. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei 2,1 Prozent gelegen.
Damit nähert sich die Inflation wieder dem Niveau vom Dezember 2025, als mit 1,8 Prozent der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahr erreicht worden war. Für Privatanleger ist das ein relevantes Signal: Eine moderate Inflation stützt die Kaufkraft und beeinflusst die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Dienstleistungen bleiben wichtigster Preistreiber
Die stärkste Preisdynamik zeigt weiterhin der Dienstleistungssektor. Hier stiegen die Preise im Februar um 3,2 Prozent – identisch mit dem Wert aus dem Vormonat. Energie verbilligte sich dagegen um 1,9 Prozent, nach einem Rückgang von 1,7 Prozent im Januar.
Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisanstieg mit 1,1 Prozent deutlich moderater aus als noch im Januar, als plus 2,1 Prozent verzeichnet wurden. Die Kerninflation – also die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie – verharrte stabil bei 2,5 Prozent. Dieser Wert gilt als besonders aussagekräftig für die strukturelle Preisentwicklung.
Preiswelle nach Ukraine-Krieg weitgehend abgeebbt
Der Inflationsschub, den der russische Angriff auf die Ukraine 2022 ausgelöst hatte, gehört der Vergangenheit an. Im Jahresdurchschnitt 2022 hatte die Inflationsrate in Deutschland bei 6,9 Prozent gelegen, 2023 noch bei 5,9 Prozent. Inzwischen bewegt sich die Teuerung wieder in einem Bereich, den die EZB als Zielkorridor definiert: Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an.
Diese Entwicklung dürfte die Diskussion über weitere Zinssenkungen der EZB befeuern. Niedrigere Zinsen wirken sich direkt auf Anleihemärkte, Immobilienbewertungen und Aktienbewertungen aus – und damit auf das Portfolio vieler Privatanleger.
Positiv entwickeln sich auch die Reallöhne: Im vergangenen Jahr stiegen die Einkommen erneut stärker als die Preise. Laut Statistischem Bundesamt legten die Reallöhne um 1,9 Prozent zu. Damit nähert sich die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer wieder dem Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019 an – ein wichtiger Faktor für den privaten Konsum und damit für die Konjunktur.
