Yotta Data Services plant 2-Milliarden-Dollar-KI-Zentrum mit Nvidia-GPUs
Das indische Rechenzentrumsunternehmen will mit einem Börsengang die Expansion massiv beschleunigen.

Das indische Unternehmen Yotta Data Services baut derzeit ein KI-Rechenzentrum im Wert von zwei Milliarden US-Dollar – ausgestattet mit Grafikprozessoren (GPUs) des amerikanischen Chipherstellers Nvidia. Das in Mumbai ansässige Unternehmen kontrolliert nach eigenen Angaben bereits 60 bis 70 Prozent der gesamten GPU-Kapazität Indiens. Die Nachfrage übersteige das Angebot bei weitem, erklärte Mitgründer und CEO Sunil Gupta gegenüber CNBC.
Gupta begründet den Engpass mit zwei Faktoren: der Skalierung heimischer KI-Modelle sowie einer rasant wachsenden lokalen Nutzerbasis. Yotta startete 2023 mit dem Bezug von Nvidia-GPUs und hat sich seitdem zur dominierenden KI-Infrastrukturplattform Indiens entwickelt. Die meisten indischen KI-Modelle, die beim India AI Summit vorgestellt wurden – darunter der Indus-Chatbot von Sarvam AI – wurden auf Yottas Infrastruktur trainiert.
Globale Tech-Giganten investieren Milliarden in Indien
Das wachsende Interesse globaler Technologiekonzerne befeuert die Nachfrage zusätzlich. Google hat Investitionen von 15 Milliarden Dollar für einen Rechenzentrums-Knoten in Südindien angekündigt, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft plant 17,5 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner Rechenzentrumsinfrastruktur im Land. OpenAI wurde erst vergangene Woche erster Kunde des Rechenzentrumsgeschäfts von Tata Consultancy Services und sicherte sich eine Kapazität von 100 Megawatt mit Option auf ein Gigawatt.
Laut Gupta werden globale KI-Unternehmen wie OpenAI, Google und Perplexity zunehmend lokale Kapazitäten benötigen, da ihre indische Nutzerbasis wächst. Viele dieser Anbieter stellen ihre KI-Tools Millionen indischer Nutzer bereits kostenlos oder zu sehr niedrigen Preisen zur Verfügung – ein klares Signal für die strategische Bedeutung des Marktes.
Börsengang innerhalb der nächsten zwölf Monate geplant
Um den weiteren GPU-Ausbau zu finanzieren, plant Yotta eine Pre-IPO-Finanzierungsrunde im Umfang von 1,2 bis 1,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang soll laut CEO Gupta innerhalb der nächsten zwölf Monate folgen. Das Unternehmen reagiert damit auf den massiven Investitionsdruck, der sich in Indien aufgebaut hat.
Die gesamte Rechenzentrums-Kapazität Indiens liegt 2025 bei 1,93 Gigawatt und soll sich laut einer Nomura-Analyse bis 2028 auf nahezu vier Gigawatt verdoppeln. Beim India AI Summit kündigten Unternehmen Investitionen von insgesamt 277 Milliarden Dollar über die nächsten fünf bis sieben Jahre an – der Großteil davon fließt in den Aufbau von KI-Infrastruktur.
