OpenAI sichert sich 110 Milliarden Dollar von Amazon, Nvidia und SoftBank
Die größte private Finanzierungsrunde der Geschichte katapultiert OpenAIs Bewertung auf 730 Milliarden Dollar.

OpenAI hat eine Finanzierungsrunde über 110 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und damit einen neuen Rekord in der Geschichte privater Technologieunternehmen aufgestellt. Die Runde übertrifft die bisherige Rekordrunde des KI-Pioniers aus dem Vorjahr um mehr als das Doppelte. Amazon steuert 50 Milliarden Dollar bei, Nvidia und SoftBank investieren jeweils 30 Milliarden Dollar.
Die Pre-Money-Bewertung von OpenAI steigt damit auf 730 Milliarden Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber der Bewertung von 500 Milliarden Dollar, die noch im Oktober bei einer Zweitmarktfinanzierung erzielt worden war. OpenAI kündigte an, dass sich im weiteren Verlauf der Runde weitere Investoren anschließen werden. Das Unternehmen setzt damit Maßstäbe, die selbst für die ohnehin hoch bewertete KI-Branche außergewöhnlich sind.
Strategische Partnerschaft mit Amazon im Mittelpunkt
Besonders bedeutsam ist die vertiefte Zusammenarbeit mit Amazon. Neben der Kapitalzusage von 50 Milliarden Dollar – davon zunächst 15 Milliarden Dollar sofort, weitere 35 Milliarden Dollar folgen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen – vereinbarten beide Unternehmen eine mehrjährige strategische Partnerschaft. Gemeinsam wollen sie maßgeschneiderte KI-Modelle für Amazons kundenorientierte Anwendungen entwickeln.
Zudem erweitert OpenAI seine bestehende Vereinbarung mit Amazon Web Services (AWS) erheblich: Der Cloud-Vertrag wächst um 100 Milliarden Dollar auf insgesamt 138 Milliarden Dollar über acht Jahre. AWS übernimmt außerdem die Rolle des exklusiven Cloud-Distributionspartners für OpenAIs neue Unternehmensplattform Frontier.
Milliardeninvestitionen in Rechenkapazität geplant
Das frische Kapital ist dringend nötig: OpenAI plant bis 2030 Gesamtausgaben für Rechenleistung von rund 600 Milliarden Dollar. Das Unternehmen ist auf leistungsstarke Grafikprozessoren und umfangreiche Infrastruktur angewiesen, um seine KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben. CEO Sam Altman hatte zuletzt Infrastrukturzusagen von bis zu 1,4 Billionen Dollar in Aussicht gestellt – die nun genannte Summe ist konkreter und zeitlich definierter.
Für das Jahr 2030 prognostiziert OpenAI einen Gesamtumsatz von mehr als 280 Milliarden Dollar. Die Beiträge aus dem Privatkunden- und dem Unternehmensgeschäft sollen dabei nahezu gleich hoch ausfallen. Im Unternehmensmarkt sieht sich OpenAI allerdings einem starken Wettbewerber gegenüber: Anthropic hat dort einen frühen Vorsprung aufgebaut, während Google mit Gemini im Endkundenmarkt zunehmend Druck macht.
Im Vergleich: Anthropic erzielte in seiner jüngsten Runde 30 Milliarden Dollar, xAI von Elon Musk sammelte zuletzt 20 Milliarden Dollar ein. OpenAI festigt mit dieser Finanzierung seine Spitzenposition im globalen KI-Wettbewerb – und setzt die Messlatte für Bewertungen spätphasiger Technologieunternehmen auf ein neues historisches Niveau.
