Dell-Aktie springt 11% nach KI-Server-Umsatz-Verdopplung auf 50 Milliarden
Dell erwartet für 2027 ein KI-Server-Umsatzwachstum von 103% und überzeugt Anleger mit großzügigen Kapitalmaßnahmen.

Die Dell-Aktie legte im vorbörslichen Handel am Donnerstag um 11% zu und notierte bei 135,17 US-Dollar – dem höchsten Stand seit über zwei Monaten. Auslöser war eine beeindruckende Prognose des PC- und Serverkonzerns: Dell erwartet für das Geschäftsjahr 2027 ein Wachstum des KI-Server-Umsatzes um 103% auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Anleger reagierten euphorisch auf diese Ankündigung.
Zusätzlich kündigte Dell eine Erhöhung der Bardividende um 20% sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden US-Dollar an. Diese Kombination aus starkem Wachstumsausblick und attraktiver Kapitalrückgabe begeisterte die Märkte. Mindestens drei Wall-Street-Brokerhäuser reagierten prompt mit Anhebungen ihrer Kursziele.
J. P. Morgan zählt zu den optimistischsten Analysten und sieht das Kursziel bei 165 US-Dollar – ein Aufwärtspotenzial von mindestens 36% gegenüber dem letzten Schlusskurs. Analyst Samik Chatterjee und sein Team begründen dies mit Dells führender Position im KI-Computing für Tier-2-Cloud-Anbieter und Unternehmen. Der signifikante Umsatzanstieg verschaffe Dell deutlich mehr Flexibilität bei der Steuerung der operativen Marge und der Ergebnisentwicklung.
KI-Boom als Wachstumstreiber
Hersteller von Rechenzentrumsausrüstung wie Dell profitieren massiv von der rasanten Expansion der KI-Investitionen. Branchenführer werden in diesem Jahr voraussichtlich mindestens 630 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Dell positioniert sich dabei als bevorzugter Lieferant für Unternehmen und kleinere Cloud-Anbieter.
Dells PC-Geschäft steht hingegen unter Druck: Steigende Speicherchip-Preise belasten die Margen, da Unternehmen ihre Ressourcen zunehmend in KI-Rechenzentren verlagern. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce korrigierte seine Prognose für das Preiswachstum von DRAM-Speicher im ersten Quartal 2026 auf 90% bis 95% gegenüber dem Vorquartal nach oben. Besonders das Gaming-PC-Segment könnte leiden, da Speicherprozessoren für schnelle Ladezeiten und flüssige Bildraten unverzichtbar sind.
Im Vergleich mit der Konkurrenz schlägt sich Dell jedoch deutlich besser. Während HP Inc und der chinesische Konzern Lenovo stärker unter den steigenden Komponentenpreisen leiden, konnte Dell die Kostensteigerungen besser abfedern. Über das vergangene Jahr entwickelte sich die Dell-Aktie deutlich stärker als die Papiere beider Wettbewerber – ein Zeichen für das Vertrauen der Investoren in die Strategie des Unternehmens.
