XXIX Metal startet größte Bohrkampagne seiner Geschichte in Quebec
Das kanadische Bergbauunternehmen treibt drei Kupferprojekte parallel voran und will bis Januar sechs Bohrgeräte einsetzen.

Das kanadische Bergbauunternehmen XXIX Metal (TSXV: XXIX) hat am Mittwoch seine bislang größte Bohrkampagne gestartet. Insgesamt 65.000 Meter will das Unternehmen abteufen – verteilt auf drei parallel laufende Programme. Im Fokus stehen die Kupferprojekte Opemiska und Cooke in der Provinz Quebec sowie das Kupferprojekt Thierry in Ontario.
Zwei Bohrgeräte sind bereits seit Juli bei Thierry im Einsatz. Zwischen November und Anfang Januar sollen vier weitere Bohrgeräte an den Standorten Opemiska und Cooke mobilisiert werden. Damit wären dann sechs Bohrgeräte gleichzeitig im Einsatz.
„Dies ist die aktivste Phase in der Geschichte von XXIX, und das ist beabsichtigt“, sagte Guy Le Bel, CEO von XXIX Metal. „Jeder Meter in diesen Programmen ist an ein konkretes Ergebnis gebunden.“
Die Details
Bei Opemiska plant XXIX Metal rund 20.000 Meter zu bohren. Das Ziel: die Ressourcen für die vorläufige Machbarkeitsstudie (PFS) umzukategorisieren. Das im Juni 2025 veröffentlichte Ressourcenupdate des Unternehmens wies insgesamt 141,2 Millionen Tonnen aus, mit einem Gehalt von 1,5 Milliarden Pfund Kupfer und 1,05 Millionen Unzen Gold. Davon sind 62,7 Millionen Tonnen als „indicated“ (angezeigt) klassifiziert.
Die vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) vom Oktober stützte sich laut Unternehmen nur auf etwa die Hälfte dieser Ressourcen. Die Aufwertung der Ressourcenkategorie sei der direktere Weg zu einer größeren Grundlage für die bestehende PFS, erklärte das Unternehmen. Erreicht werden soll dies durch gezielte Bohrungen in den Bouchard- und McNichols-Zonen der östlichen Adern, die in jüngeren Bohrprogrammen bislang nicht im Fokus standen.
Bei Cooke zielen die Bohrungen darauf ab, eine erste Schätzung des mineralischen Ressourcenbestands (MRE) zu erstellen. Zudem soll bewertet werden, ob sich Cooke als potenzielle zweite Quelle für die Aufbereitungsbereitstellung in die PFS von Opemiska integrieren lässt. Laut internen Studien des Unternehmens besteht Potenzial für eine Entwicklung im Tagebau.
Bei Thierry hat sich das Programm seit dem Start der Bohrungen im Juli auf rund 25.000 Meter ausgeweitet. Es soll voraussichtlich bis März 2027 fortgesetzt werden. Bisher wurden mehr als 6.200 Meter und neun Bohrlochdurchgänge abgeschlossen.
In den vergangenen zwei Jahren hat XXIX Metal die historische Bohrdatenbank von Thierry mit 210.000 Metern in ein validiertes modernes Modell überführt. Das laufende Programm dient dazu, die K1-Lagerstätte zur Unterstützung einer neuen Mineral Resource Estimate (MRE) zu definieren.
„Wir bohren die K1-Lagerstätte zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten systematisch, und nun verfügen wir über die Genehmigungen, um zu testen, was sich auf beiden Seiten davon befindet“, fügte Le Bel hinzu. Die neuen Genehmigungen ermöglichen es dem Unternehmen nach eigenen Angaben, diesen weitgehend ungetesteten Korridor erstmals zu durchbohren.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 20.06.2026 berichtete aktien.news, dass XXIX Metal sein Opemiska-Kupferprojekt stärker in den Fokus der Investoren rückt. CEO Guy Le Bel stellte das Vorhaben beim Mining Investment Event of the North in Quebec City vor und sprach dabei mit Devan Murugan, Video-Moderator des Fachmediums The Northern Miner.
Das Gespräch fand im Rahmen einer gesponserten Video-Produktion statt, die von XXIX Metal finanziert und in Zusammenarbeit mit The Northern Miner produziert wurde. Solche Formate sind in der Bergbaubranche ein gängiges Mittel, um Investoren und Analysten über den Projektfortschritt zu informieren und Aufmerksamkeit für laufende Explorations- oder Machbarkeitsstudien zu gewinnen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Kampagne vor allem deshalb interessant, weil sie mehrere mögliche Katalysatoren bündelt. Bei Opemiska steht die Umkategorisierung von Ressourcen an, die die Grundlage der bestehenden PFS vergrößern könnte. Bei Cooke geht es um eine erste eigenständige Ressourcenschätzung. Bei Thierry könnte die systematische Erkundung der K1-Lagerstätte nach vier Jahrzehnten neue Erkenntnisse liefern.
Zu beachten ist, dass es sich um Explorations- und Definitionsarbeit handelt. Verwertbare Ergebnisse liegen erst vor, wenn Bohrungen abgeschlossen und ausgewertet sind. Bei Thierry hat das Unternehmen bislang mehr als 6.200 Meter und neun Bohrlochdurchgänge abgeschlossen – der Großteil der angekündigten 65.000 Meter steht also noch aus. Anleger sollten den Fortschritt anhand konkreter Bohrergebnisse und der angekündigten Ressourcen-Updates verfolgen.
Einordnungshilfe bieten die Begriffe der Branche. Eine PEA ist eine frühe, überschlägige Wirtschaftlichkeitsbewertung, eine PFS eine genauere vorläufige Machbarkeitsstudie. Beide sind Zwischenschritte auf dem Weg zu einer endgültigen Machbarkeitsstudie. Die Klassifizierung „indicated“ (angezeigt) beschreibt eine vergleichsweise verlässliche Ressourcenkategorie. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Das Unternehmen hat konkrete Zeitpläne genannt. Vier zusätzliche Bohrgeräte sollen zwischen November und Anfang Januar an den Standorten Opemiska und Cooke mobilisiert werden. Das Thierry-Programm soll voraussichtlich bis März 2027 fortgesetzt werden.
„Angesichts des aktuellen Kupferpreises, der bereits vorhandenen Infrastruktur und der sechs Bohrgeräte, die bis Januar im Einsatz sein werden, sollten die nächsten zwölf Monate den Aktionären viel darüber aussagen, wie groß diese Vermögenswerte werden können“, so Le Bel.
Kurz erklärt
- PEA: Eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung schätzt grob, ob ein Bergbauprojekt wirtschaftlich tragfähig sein könnte.
- PFS: Eine vorläufige Machbarkeitsstudie prüft ein Projekt detaillierter als die PEA, aber noch nicht abschließend.
- MRE: Eine Mineral Resource Estimate ist eine Schätzung der im Boden vermuteten Rohstoffmenge und ihrer Konzentration.
