xAI verliert zweiten Mitgründer: Exodus bei Musks KI-Startup
Jimmy Ba verlässt das Unternehmen nur einen Tag nach Tony Wu

Elon Musks Künstliche-Intelligenz-Unternehmen xAI erlebt einen Führungsexodus: Innerhalb von nur zwei Tagen haben zwei Mitgründer das Unternehmen verlassen. Der renommierte KI-Forscher Jimmy Ba gab am Dienstag seinen Rückzug über die Social-Media-Plattform X bekannt. In seinem Post dankte der Professor der University of Toronto Elon Musk und äußerte sich "dankbar, zu Beginn bei der Mitgründung geholfen zu haben".
Der Abgang von Ba erfolgt nur einen Tag nach der Ankündigung von Mitgründer Tony Wu, ebenfalls xAI zu verlassen. Das Timing ist besonders brisant, da xAI Anfang Februar mit Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX fusionierte. Die Fusion bewertete SpaceX mit einer Billion US-Dollar und xAI mit 250 Milliarden US-Dollar – eine der größten Aktientransaktionen der Geschichte.
Ba gilt als Schlüsselfigur in der Entwicklung von xAI. Seine Forschungsarbeiten hatten maßgeblichen Einfluss auf die KI-Modelle der Grok-4-Version des Unternehmens. Der Verlust des Wissenschaftlers wiegt besonders schwer, da er zu den führenden Experten auf dem Gebiet des maschinellen Lernens zählt.
Massive Führungskrise bei xAI
Die jüngsten Abgänge sind Teil einer größeren Austrittswelle bei xAI. Neben Ba und Wu haben bereits weitere Mitgründer das Unternehmen verlassen, darunter Igor Babuschkin, Kyle Kosic und Christian Szegedy. Greg Yang kündigte im vergangenen Monat an, sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzuziehen, um sich auf die Behandlung seiner Borreliose zu konzentrieren.
Die Führungskrise trifft xAI zu einem kritischen Zeitpunkt. SpaceX bereitet sich auf einen Börsengang im Laufe dieses Jahres vor, und die Stabilität des fusionierten Unternehmens steht auf dem Prüfstand. Von den ursprünglich zwölf Mitgründern, die 2023 gemeinsam mit Musk xAI ins Leben riefen, haben nun bereits mehrere das Unternehmen verlassen.
Regulatorische Probleme belasten das Unternehmen
Parallel zu den personellen Turbulenzen sieht sich xAI mit erheblichen rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Behörden in Europa, Asien und den USA haben Untersuchungen gegen das Unternehmen eingeleitet. Der Grund: Der Grok-KI-Chatbot und der zugehörige Bildgenerator ermöglichten die massenhafte Erstellung nicht einvernehmlicher, expliziter Bilder – sogenannte Deepfake-Pornografie.
Besonders brisant: Die manipulierten Bilder basierten auf Fotos realer Personen, darunter auch Minderjährige. Die Vorfälle werfen ernste Fragen zur Sicherheit und ethischen Verantwortung von KI-Systemen auf. xAI hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert und reagierte auch nicht auf aktuelle Anfragen zur Stellungnahme.
Musk hatte xAI 2023 mit dem ambitionierten Ziel gegründet, "die wahre Natur des Universums zu verstehen" und mit Branchenriesen wie OpenAI und Google zu konkurrieren. Zudem nutzte er xAI im März 2025, um sein soziales Netzwerk X (ehemals Twitter) in einer weiteren Aktientransaktion zu übernehmen. Ob das Unternehmen trotz der aktuellen Krisen seine hochgesteckten Ziele erreichen kann, bleibt abzuwarten.
