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Anthropic gegen OpenAI: KI-Rivalen streiten über Ausgaben und Werbestrategie

Anthropic-Manager kritisiert OpenAI scharf wegen milliardenschwerer Infrastruktur-Deals und wirbt für eigenen disziplinierten Ansatz.

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Anthropic gegen OpenAI: KI-Rivalen streiten über Ausgaben und Werbestrategie

Der Streit zwischen den führenden KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI spitzt sich zu. Mike Smith, kaufmännischer Leiter von Anthropic, übte in einem CNBC-Interview deutliche Kritik an der Ausgabenpolitik und Kommunikationsstrategie des Konkurrenten. Sein Unternehmen konzentriere sich auf Geschäftswachstum statt auf "reißerische Schlagzeilen", so Smith – ein klarer Seitenhieb gegen OpenAI.

Anthropics Super-Bowl-Kampagne hatte für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen schaltete teure Werbespots mit der Botschaft "Werbung kommt zur KI. Aber nicht zu Claude." Smith verteidigte die bewusste Entscheidung gegen Werbung in der eigenen KI-Plattform. Werbefinanzierung würde das Unternehmen "in Richtungen lenken, in denen man für die falschen Dinge optimiert", erklärte er. Stattdessen könne sich Anthropic auf die Steigerung der KI-Intelligenz konzentrieren und darauf, "wirklich hilfreich, sicher und vertrauenswürdig" zu sein.

OpenAI-Chef Sam Altman konterte scharf und bezeichnete die Super-Bowl-Anzeigen als "lustig", aber "eindeutig unehrlich". Sein Unternehmen würde "offensichtlich niemals Werbung in der Art und Weise schalten, wie Anthropic es darstellt". Eine offizielle Stellungnahme von OpenAI blieb zunächst aus.

Milliarden-Unterschiede bei Infrastruktur-Investitionen

Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Strategien bei den Infrastruktur-Ausgaben. OpenAI hat über 1 Billion US-Dollar für künftige Entwicklungen mit Partnern wie Nvidia, Oracle und Broadcom zugesagt. Allein Nvidia stellt 100 Milliarden Dollar bereit, um OpenAI beim Aufbau von Systemen mit mindestens 10 Gigawatt Leistung zu unterstützen. Ein weiterer Deal über 10 Milliarden Dollar mit Chiphersteller Cerebras soll 750 Megawatt an KI-Chips liefern.

Anthropics Ansatz fällt deutlich zurückhaltender aus. Das Unternehmen hat 50 Milliarden Dollar für US-Rechenzentren zugesagt und kauft zusätzlich Rechenleistung bei <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Google. Smith betonte die "mit weniger mehr erreichen"-Mentalität: "Wir haben weniger reißerische Schlagzeilen gemacht als andere und uns darauf konzentriert, den Umsatz zu steigern und Aufträge zu gewinnen."

Die Führung von Anthropic diskutiere täglich über die Höhe der Ausgaben für Rechenleistung. Man versuche, "so nah wie möglich an der richtigen Menge" zu kaufen – weder zu viel noch zu wenig. Smith kündigte weitere Infrastruktur-Ankündigungen an, zeigte sich aber mit den aktuellen Ausgaben zufrieden, da die Nachfrage stark bleibe.

Unterschiedliche Geschäftsmodelle im Fokus

Während OpenAI mit ChatGPT stark auf Endverbraucher setzt, fokussiert sich Anthropic auf Unternehmenskunden. Smith bezeichnete diesen Ansatz als "konfliktfrei", da man keine Werbung anbiete. Jüngst ging Anthropic eine Partnerschaft mit der Investmentgesellschaft Man Group ein, die Claude-Produkte nutzen und gemeinsam neue Tools entwickeln wird.

Vergangene Woche gerieten Software-Aktien unter Druck, nachdem Anthropics Produktivitätstool Claude Cowork an Bedeutung gewonnen hatte. Investoren befürchteten, KI könnte traditionelle Softwareanbieter verdrängen. Smith bezeichnete die Marktreaktion als "stark übertrieben" und betonte, dass verschiedene Organisationen unterschiedlich reagieren würden – manche würden Software-Investitionen erhöhen, andere auf KI-Tools setzen.

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen den KI-Giganten dürfte weitergehen. Für Anleger sind die unterschiedlichen Strategien bei Ausgaben und Geschäftsmodellen entscheidend für die Bewertung der langfristigen Perspektiven beider Unternehmen.

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