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Wie Patriotismus die Führung von Jamie Dimon prägt

JPMorgan-Chef Jamie Dimon betont seinen Patriotismus und verweist auf die Flagge in der Lobby des neuen New Yorker Hochhauses.

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Wie Patriotismus die Führung von Jamie Dimon prägt

Jamie Dimon möchte, dass die Öffentlichkeit eines weiß: Er versteht sich als Patriot. Gegenüber den Mitgliedern des WSJ CEO Council erklärte der Vorstandsvorsitzende von JPMorgan Chase, er grüße jeden Morgen die Flagge – und bezog sich damit auf das Sternenbanner, das buchstäblich in der Lobby des monumentalen neuen Hochhauses der Bank in New York weht. „Ich grüße das jeden Morgen“, sagte Dimon mit Blick auf die Fahne.

Das neue Gebäude von JPMorgan Chase ist dabei mehr als nur ein Firmensitz. In seiner 57. Etage befindet sich eine Bar, die als „Patriot's Bar“ bekannt ist. Der Name ist Programm: Dimon nutzt den Ort offenbar, um seine Verbundenheit mit der amerikanischen Geschichte und ihren Symbolen zu unterstreichen.

Flaggen mit historischer Bedeutung

Mit sichtbarem Stolz sprach Dimon über einige der Flaggen, die in der Bar hängen. „Eine der Flaggen stammt vom Gipfel von Pointe du Hoc, dem 6. Juni 1944“, sagte er. Der 6. Juni 1944 markiert den Tag der alliierten Landung in der Normandie – ein Datum, das im kollektiven Gedächtnis der USA tief verankert ist.

Doch damit nicht genug. Dimon verwies auf weitere Exponate: „Es gibt Flaggen aus Apollo-Missionen, aus Vietnam, aus dem Unabhängigkeitskrieg.“ Die Sammlung spannt damit einen weiten Bogen von der Gründungszeit der Vereinigten Staaten über die Raumfahrt bis hin zu den militärischen Konflikten des 20. Jahrhunderts.

Besonders hob Dimon eine Flagge hervor, die er mit einem schwarzen Regiment verbindet. Er beschrieb sie als „ein schwarzes Regiment … das ich für eines der ersten Kampfregimenter halte, das tatsächlich dazu beigetragen hat, Richmond einzunehmen“. Richmond, die Hauptstadt der Konföderation während des amerikanischen Bürgerkriegs, war ein zentrales Ziel der Unionsarmee.

Ein Signal in eigener Sache

Die Äußerungen Dimons sind bemerkenswert, weil sie weit über das übliche Maß an Unternehmenskommunikation hinausgehen. Der Chef eines der größten Finanzinstitute der Welt inszeniert sich hier nicht nur als Manager, sondern als Bewahrer nationaler Symbole. Die Wahl des Ortes – eine Bar namens „Patriot's Bar“ im 57. Stock eines neuen Prestigebaus – verstärkt diese Botschaft zusätzlich.

Für deutsche Leser ist der Kontext wichtig: In den USA hat die öffentliche Zurschaustellung von Patriotismus eine andere Tradition und Symbolkraft als hierzulande. Flaggen und historische Relikte gelten vielen Amerikanern als Ausdruck von Verbundenheit mit der Nation und ihren Werten. Dimon bedient sich dieser Symbolik bewusst.

Ob die Betonung des Patriotismus auch strategische Gründe hat, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht belegen. Klar ist jedoch: Der JPMorgan-Chef nutzt die Bühne des WSJ CEO Council, um ein persönliches Bekenntnis abzugeben – und verknüpft seine Führungsrolle mit der Geschichte seines Landes. Die Flaggen in der „Patriot's Bar“ dienen dabei als sichtbarer Ausdruck dieser Haltung.

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