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Weltweites Vertrauen in Wissenschaft fällt unter Vor-Pandemie-Niveau

Eine globale Wellcome-Umfrage zeigt: Nur noch 72 % der Menschen vertrauen der Wissenschaft – besonders Ärmere zweifeln stark.

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Weltweites Vertrauen in Wissenschaft fällt unter Vor-Pandemie-Niveau

Das weltweite Vertrauen in die Wissenschaft hat einen neuen Tiefstand erreicht. Laut dem Wellcome Global Monitor, einer Umfrage unter mehr als 140.000 Erwachsenen weltweit, äußerten im Jahr 2025 nur noch 72 % der Befragten zumindest ein gewisses Vertrauen in die Wissenschaft. Im Jahr 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, lag dieser Wert noch bei 80 %, und bereits 2018 waren es 77 %.

Besonders deutlich ist der Rückgang beim ausgeprägten Vertrauen in Wissenschaftler: Nur noch 32 % der Befragten gaben 2025 an, Wissenschaftlern stark zu vertrauen. Während der Pandemie waren es noch 43 %, im Jahr 2018 immerhin 34 %. Die Zahlen zeigen damit einen klaren Abwärtstrend, der sich auch nach dem Ende der akuten Pandemiejahre nicht umgekehrt hat.

Finanzielle Lage als entscheidender Faktor

Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Situation und Wissenschaftsvertrauen. Unter Menschen, die Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen, gaben lediglich 20 % ein hohes Vertrauen in die Wissenschaft an. Bei finanziell abgesicherten Befragten lag dieser Wert mit 39 % fast doppelt so hoch.

Zwischen 2020 und 2025 sank das starke Vertrauen bei finanziell gefährdeten Haushalten um 16 Prozentpunkte – bei wirtschaftlich stabilen Befragten waren es hingegen nur 10 Punkte. Der Vertrauensverlust trifft also vulnerable Bevölkerungsgruppen überproportional hart.

John-Arne Røttingen, Vorstandsvorsitzender von Wellcome, sieht in der Politisierung von Gesundheitsthemen einen möglichen Grund für diesen Trend. Die Debatten rund um Impfstoffe, Masken und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen während der Pandemie könnten zum sinkenden Vertrauen beigetragen haben, erklärte er.

Vertrauen in Gesundheitseinrichtungen eng verknüpft

Die Umfrage zeigt zudem einen klaren Zusammenhang zwischen dem Vertrauen in Gesundheitseinrichtungen und dem Vertrauen in die Wissenschaft insgesamt. Unter Befragten, die Krankenhäusern und Kliniken stark vertrauen, gaben 43 % auch ein hohes Vertrauen in die Wissenschaft an – im globalen Durchschnitt sind es nur 26 %.

Auch bei der Impfbereitschaft zeigen sich deutliche Unterschiede. Rund 34 % der Befragten würden einen empfohlenen Impfstoff sofort akzeptieren, während 48 % zunächst mehr Bedenkzeit benötigen. Besorgniserregend: 15 % gaben an, Impfungen grundsätzlich zu vermeiden.

Diese Ergebnisse fallen in eine Zeit erneuter Besorgnis über vermeidbare Krankheiten. In den Vereinigten Staaten wurden in diesem Jahr fast 3.900 Masernfälle registriert – der schlimmste Ausbruch seit drei Jahrzehnten. Auch politische Spaltungen spielen eine Rolle: In den USA unterschied sich die Wahrnehmung des Nutzens der Wissenschaft je nach Einstellung zur nationalen Führung erheblich.

Wissenschaftler genießen noch immer mehr Vertrauen als Politiker

Trotz des allgemeinen Rückgangs schneiden Wissenschaftler im Vergleich noch vergleichsweise gut ab. Die in Zusammenarbeit mit Gallup und Ipsos durchgeführte Umfrage ergab, dass Wissenschaftlern mehr Vertrauen entgegengebracht wird als Regierungen und Journalisten.

Wellcome selbst weist darauf hin, dass die Ergebnisse eher Korrelationen als direkte Ursachen für das sinkende Vertrauen aufzeigen. Die Daten liefern damit wichtige Hinweise für die Wissenschaftskommunikation und Gesundheitspolitik weltweit – und unterstreichen die Notwendigkeit, das Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen aktiv zu stärken, insbesondere bei wirtschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

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