Trump scheitert an Inflationsbekämpfung: Zustimmung sinkt
US-Präsident Donald Trump stößt bei der Senkung der Lebenshaltungskosten an die Grenzen seiner Macht. Trotz vollmundiger Wahlversprechen zeigt sich: Inflation lässt sich nicht per Dekret bekämpfen.

Die Ernüchterung im Weißen Haus ist groß. Donald Trump, der im Wahlkampf versprochen hatte, die hohen Preise schnell zu senken, lernt nun eine bittere Lektion: Die Macht des US-Präsidenten hat ihre Grenzen – besonders wenn es um die Inflation geht.
Dramatischer Vertrauensverlust bei Wirtschaftskompetenz
Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage befürworten nur noch 36 Prozent der Amerikaner Trumps Wirtschaftspolitik. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 42 Prozent zu Beginn seiner Amtszeit. Zwar konnte er sich vom Dezember-Tief von 33 Prozent leicht erholen, doch die Zahlen bleiben besorgniserregend – besonders mit Blick auf die Kongresswahlen in zehn Monaten.
Die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten waren das zentrale Wahlkampfthema, mit dem Trump punkten wollte. Doch im Amt angekommen, musste er feststellen, was bereits seine Vorgänger erfahren haben: Inflation lässt sich weder durch präsidiale Dekrete noch durch markige Worte bekämpfen.
Hektische Suche nach populistischen Lösungen
In den vergangenen Tagen hat das Weiße Haus eine Reihe populistischer Wirtschaftsvorschläge präsentiert, um die wachsende Unzufriedenheit der Wähler zu dämpfen. Trump schlug eine Obergrenze von 10 Prozent für Kreditkartenzinsen vor – eine Maßnahme, die bei Finanzexperten auf Skepsis stößt.
Zudem plant die Regierung ein Verbot für Großinvestoren, Einfamilienhäuser aufzukaufen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den überhitzten Immobilienmarkt zu beruhigen und Eigenheime für normale Familien wieder erschwinglicher zu machen.
200-Milliarden-Dollar-Plan für günstigere Hypotheken
Besonders ambitioniert ist Trumps Anweisung an die staatlich kontrollierten Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac. Diese sollen Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden Dollar erwerben, um die Hypothekenzinsen zu senken. Ob diese Maßnahme die erhoffte Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da die US-Wirtschaftspolitik direkten Einfluss auf die globalen Finanzmärkte hat. Eine anhaltende Schwäche Trumps könnte zu politischer Instabilität führen und die Märkte belasten.
Kongresswahlen als Lackmustest
Die Kongresswahlen im November werden zum entscheidenden Test für Trump. Die Republikaner halten derzeit eine fragile Mehrheit im Kongress. Sollte die Unzufriedenheit über die Wirtschaftspolitik weiter wachsen, droht der Verlust dieser Mehrheit – was Trumps Handlungsspielraum massiv einschränken würde.
Die aktuelle Situation zeigt: Selbst ein Präsident mit weitreichenden exekutiven Vollmachten kann komplexe wirtschaftliche Probleme nicht im Alleingang lösen. Die Inflation bleibt eine Herausforderung, die strukturelle Lösungen und Zeit erfordert – beides Dinge, die im schnelllebigen politischen Geschäft oft Mangelware sind.
