Wall Street kämpft gegen Krypto um Stablecoin-Regulierung
US-Präsident Trump unterzeichnete ein wegweisendes Stablecoin-Gesetz – nun wehren sich die großen Banken.

Der Kampf um die Zukunft des digitalen Geldes ist in vollem Gange. US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr ein Gesetz zur Regulierung von Stablecoins unterzeichnet und damit der Krypto-Branche einen bedeutenden Erfolg beschert. Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt ist.
Doch die Euphorie der Krypto-Industrie währte nicht lange. Die großen Banken der Wall Street, darunter Schwergewichte wie JPMorgan Chase und Bank of America, kämpfen nun aktiv dafür, bestimmte Teile des Gesetzes zu verändern. Der Konflikt dreht sich um die Frage, wer künftig das Geschäft mit digitalem Geld dominieren darf.
Billionenmarkt als Streitobjekt
Der Hintergrund des Streits ist gewaltig: Globale Krypto-Vermögenswerte haben die Marke von vier Billionen US-Dollar erreicht. Gleichzeitig erhalten Krypto-Unternehmen zunehmend Rückendeckung von US-Gesetzgebern. Bitcoin und andere Krypto-Anlagen verzeichneten zuletzt kräftige Kursgewinne im Rahmen einer breiten Erholungsrallye bei risikoreichen Anlagen.
Die Brisanz des Konflikts erklärt FT-Korrespondentin Nikou Asgari, die für digitale Märkte zuständig ist: Die Banken sehen in Stablecoins eine direkte Bedrohung für ihr Kerngeschäft – den Zahlungsverkehr und die Verwahrung von Kundengeldern. Wenn Stablecoins massentauglich werden, könnten klassische Bankdienstleistungen unter Druck geraten.
Wer gewinnt den Stablecoin-Krieg?
Der Ausgang dieses Machtkampfes ist noch offen. Auf der einen Seite stehen etablierte Finanzinstitute mit jahrzehntelanger politischer Erfahrung und engen Verbindungen zu Regulierungsbehörden. Auf der anderen Seite steht eine Krypto-Industrie, die unter der Trump-Administration so viel politischen Rückhalt genießt wie nie zuvor.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist dieser Konflikt von besonderer Bedeutung. Die USA sind der wichtigste Markt für digitale Währungen weltweit, und die Weichen, die in Washington gestellt werden, dürften langfristig auch die europäische Regulierung beeinflussen. Die Entscheidung darüber, wer Stablecoins ausgeben und verwalten darf, wird die Finanzwelt nachhaltig prägen.
