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VW meldet Milliardenverlust: Porsche-Abschreibung, China-Krise und US-Zölle belasten

Europas größter Autobauer fährt ein operatives Minus von 5,9 Milliarden Euro ein – so tief wie seit dem Dieselskandal nicht mehr.

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VW meldet Milliardenverlust: Porsche-Abschreibung, China-Krise und US-Zölle belasten

Volkswagen steckt so tief in den roten Zahlen wie seit dem Dieselskandal vor mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Das operative Ergebnis des Europas größten Autobauers fiel auf minus 5,9 Milliarden Euro – gut viermal so viel wie ein Jahr zuvor. Damit wird deutlich, wie massiv der Konzern derzeit unter Druck steht.

Die Belastungen kommen aus mehreren Richtungen zusammen: eine Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert, das schwache China-Geschäft, die US-Zölle von Präsident Donald Trump sowie margenschwache Elektroautos. Die Sonderbelastungen summierten sich im Sommer laut VW-Angaben auf 7,8 Milliarden Dollar. Der größte Sondereffekt ist dabei die Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert.

Hinzu kommen Wertberichtigungen für das China-Geschäft und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Werks Osnabrück. Auch der Umsatz entwickelte sich rückläufig: Im dritten Quartal sank er um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro.

Elektroautos drücken die Marge

Ein zentrales Problem bleibt die Antriebswende. Elektroautos drücken die Marge, vor allem wegen der hohen Batteriekosten. Erst mit der neuen Elektroplattform SSP soll VW ab etwa 2030 mit E-Autos ähnlich hohe Erträge erzielen wie mit Verbrennern. Bis dahin bleibt die Rendite dünn.

Die Prognose hat der Konzern bereits im September gesenkt und dies mit der Milliardenabschreibung auf Porsche begründet. Für 2026 erwartet VW nur noch eine operative Umsatzrendite von einem Prozent – zuvor lag die Annahme bei vier bis 5,5 Prozent. Das ist ein drastischer Einschnitt für ein Unternehmen dieser Größe.

China bleibt der große Sorgenfall

In China rechnet VW nicht mit einer Erholung. Der Markt soll 2030 nur noch ein Niveau von 19 bis 21 Millionen verkauften Fahrzeugen erreichen – vor drei Jahren war der Konzern noch von 30 Millionen Autos ausgegangen. VW selbst kalkuliert in China mit rund 2,2 Millionen Autos und einem Marktanteil von elf Prozent.

Das China-Debakel trifft auch andere Autobauer. Mercedes-Benz kappte seine Prognose wegen der Nachfrageschwäche, und beim chinesischen Konkurrenten BYD wuchs der Gewinn langsamer. Die Erzrivalen BMW und Mercedes-Benz sind von den Zöllen weniger betroffen als VW.

Sparkurs und Stellenabbau

Finanzchef Arno Antlitz pocht auf rasche Erfolge beim Konzernumbau. "Die Entwicklungen in unserer Branche zeigen, dass wir keine Zeit zu verlieren haben", sagte er. Die Kostenbasis soll bis 2027 deutlich niedriger sein.

Für die Jahre 2027 bis 2031 plant VW Investitionen von 135 Milliarden Euro, die Investitionsquote liegt bei rund neun Prozent. Ein Audi-Werk in den USA ist in dieser Summe nicht enthalten und würde rund vier Milliarden Euro kosten. Audi ist besonders von den Trump-Zöllen getroffen, weil die Marke bislang vollständig auf Importe angewiesen ist.

Die Markengruppe Progressive, zu der Audi, Lamborghini und Bentley gehören, verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Gewinnrückgang von gut einem Viertel, die Rendite lag bei 2,7 Prozent.

Konzernchef Oliver Blume hat einen Sparkurs verordnet. Zehntausende weitere Stellen sollen gestrichen werden, die Produktion in vier deutschen Konzernwerken steht zur Disposition. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern beginnen im November, die IG Metall hat Widerstand gegen die Abbaupläne angekündigt.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Nachricht ein Warnsignal. Ingo Speich von Deka Investment sagte: "Auch wenn sie einmalig sind, schmälern sie das Vertrauen in einen erfolgreichen Turnaround und zeigen, dass die Krise weiter anhält." Anleger sollten daher genau verfolgen, ob der Konzern die angekündigten Einsparungen tatsächlich umsetzt und ob sich die Marge im Elektrogeschäft wie geplant bis 2030 verbessert.

Klar ist: Der Umbau ist teuer und dauert Jahre. Die Kombination aus hohen Sonderbelastungen, schwachem China-Geschäft und Zolldruck macht VW zum Sorgenkind unter den deutschen Autobauern – und setzt auch die Politik unter Zugzwang.

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