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Vonovia spürt Zinsdruck: Immobilienverkäufe und Neubau bleiben schwach

Der Dax-Konzern meldet höhere Mieteinnahmen, kämpft aber mit schwachen Verkäufen und gestiegenen Zinsen.

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Vonovia spürt Zinsdruck: Immobilienverkäufe und Neubau bleiben schwach

Vonovia hat in den ersten neun Monaten höhere Mieteinnahmen erzielt, muss aber gleichzeitig schwächere Verkäufe von Wohnungen und im Neubau verkraften. Der größte Wohnimmobilienkonzern Deutschlands und Dax-Mitglied leidet unter den gestiegenen Zinsen, die vor allem die Vertriebssegmente belasten. Die Finanzierungsbedingungen hätten sich seit dem Nahost-Konflikt deutlich verschlechtert, und seit Anfang September sind die Zinsen nochmals spürbar gestiegen. Für den Konzern bedeutet das: Das Umfeld für die Vertriebssegmente bleibt schwierig.

In den ersten neun Monaten beliefen sich die Immobilienverkäufe auf rund 900 Millionen Euro. Marktteilnehmer zeigen sich beim Immobilienkauf zurückhaltend, die Verkaufsprozesse dauern länger als zuvor. Höhere Finanzierungskosten bremsen den Fortschritt bei den Verkäufen. Für Privatanleger ist das ein wichtiges Signal: Wenn ein Immobilienkonzern weniger Objekte veräußert, fließt weniger Kapital zurück, das für Investitionen oder den Abbau von Verbindlichkeiten genutzt werden könnte.

Die Mieteinnahmen steigen, das Zusatzgeschäft läuft deutlich besser

Erfreulich entwickelt sich dagegen das Mietgeschäft. Die Durchschnittsmiete liegt bei 8,57 Euro pro Quadratmeter und damit 3,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Durchschnittsmiete bei 8,41 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 1,1 Prozent zum Vorjahr. Vonovia profitiert dabei von der hohen Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten. Auch das Geschäft mit Zusatzdienstleistungen entwickelte sich deutlich besser als zuvor.

Luka Mucic erklärte mit Blick auf die Nachfrage: "Die Nachfrage nach bezahlbaren und modernisierten Wohnungen ist unverändert hoch." Diese Aussage unterstreicht, dass das operative Mietgeschäft des Konzerns intakt ist, während die transaktionsabhängigen Bereiche unter Druck stehen. Anleger sollten deshalb genau unterscheiden, welche Geschäftsfelder das Ergebnis stützen und welche vom Kapitalmarktumfeld abhängen.

Der Wohnungsbestand schrumpft um gut 5.000 Wohnungen

Zum Ende September umfasste der Wohnungsbestand von Vonovia 527.488 Wohnungen. Das sind gut 5.000 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang überrascht nicht, denn ein schwächeres Verkaufsgeschäft verändert das Portfolio nur langsam. Anleger können den Bestand als Indikator dafür lesen, wie sich das Immobilienportfolio des Konzerns über die Zeit entwickelt – und wie stark der Fokus auf dem Bestandsgeschäft liegt.

Finanzchef Philip Grosse verlängert seinen Vertrag nicht

Auf der Personalseite gibt es eine Veränderung: Finanzchef Philip Grosse wird seinen Vertrag nicht verlängern. Sein Vertrag läuft Ende 2027 aus, die Nachfolge soll in Kürze bekanntgegeben werden. Grosse ist seit 2016 Finanzvorstand der Deutsche Wohnen und gehört seit Januar 2022 dem Vorstand von Vonovia an. Für Aktionäre ist die rechtzeitige Klärung der Nachfolge ein wichtiges Thema, weil die Finanzsteuerung in Zeiten hoher Zinsen besonders an Bedeutung gewinnt.

Die Eckdaten hatte das Unternehmen bereits vor einer Woche vorgelegt und sich dabei vorsichtiger für das laufende Jahr und für 2028 gezeigt. Diese Zahlen und Prognosen hat Vonovia nun bestätigt. Für Privatanleger bedeutet das vor allem eines: Die Mietseite stützt das Ergebnis, während Verkaufs- und Neubaugeschäft weiter vom Zinsumfeld abhängen. Wie schnell sich die Verkäufe erholen, dürfte maßgeblich davon bestimmt werden, wie sich die Finanzierungsbedingungen in den kommenden Monaten entwickeln.

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