Vier ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau: So würden 1.000 Dollar angelegt
Ein Motley-Fool-Analyst zeigt, wie ein Portfolio aus vier kostengünstigen ETFs für langfristiges Wachstum aufgebaut werden kann.

Wer als Anleger bei Null beginnt oder gerade erst in die Welt des Investierens einsteigt, sollte sich nicht auf die Suche nach dem nächsten großen Gewinner konzentrieren. Wichtiger ist zunächst das Fundament des Portfolios – jene ETFs, die langfristig gehalten und über die Zeit wachsen können. Erst wenn dieses Fundament steht, sind gezieltere Wetten sinnvoll.
Fundamentale ETFs sollten laut dem Motley-Fool-Analysten einige gemeinsame Merkmale aufweisen: Sie sind breit diversifiziert, haben eine ultra-niedrige Kostenquote und bilden ihr Zielmarktsegment oder Thema effektiv ab. Das Ziel dieser Fonds ist eine umfassende und kostengünstige Marktbeteiligung. Vier ETFs reichen dem Autor zufolge mehr als aus, um für langfristige Vermögensbildung aufgestellt zu sein. Hier würde er derzeit 1.000 Dollar anlegen.
Der gesamte US-Aktienmarkt als Basis
Der Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) ist die fundamentale Position im persönlichen Portfolio des Autors und daher auch seine erste Wahl. Er bietet die einfachste und günstigste Möglichkeit, in den gesamten US-Aktienmarkt zu investieren, indem er rund 3.500 Aktien zu einer Kostenquote von nur 0,03 Prozent umfasst. Es gibt kaum bessere Angebote.
Der Autor bevorzugt diesen Fonds gegenüber dem Vanguard S&P 500 ETF, weil er Small Caps in seiner US-Aktienabdeckung bevorzugt und nicht nur Large Caps. In der Realität ist die Überlappung dennoch recht hoch, und die Performance wird im Allgemeinen ähnlich sein. Obwohl dies in letzter Zeit nicht der Fall war, bieten Small Caps langfristig immer noch ein höheres Renditepotenzial.
Dividendenaktien mit hoher Ausschüttungsrendite
Ähnlich wie Small Caps haben Dividendenaktien in den letzten Jahren nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdient hätten. Doch sie blicken auf eine sehr gute Historie über mehrere Jahrzehnte zurück. Der Schwab U.S. Dividend Equity ETF (SCHD) ist laut dem Autor der Goldstandard, wenn es um die Auswahl einzelner Aktien geht.
Seine Methodik berücksichtigt die historische Dividendenentwicklung, die Rendite sowie mehrere fundamentale Faktoren, darunter die Eigenkapitalrentabilität (ROE) und das Cashflow-to-Debt-Verhältnis. Er gehört zu den wenigen Dividenden-ETFs, die Wachstum, Rendite und Qualität in einer einzigen Strategie vereinen. Zudem beschränkt sich das finale Portfolio auf lediglich 100 der besten qualifizierten Aktien – eine ideale Ergänzung zu einem S&P-500-Fonds.
Chancen bei profitablen Deep-Value-Aktien
Im Bereich der Small Caps ist der Autor zurückhaltender, breit zu investieren. Diese Gruppe enthält viele minderwertige Titel, und langfristig hält er es für besser, den Großteil davon auszuschließen. Deshalb gefällt ihm der Avantis U.S. Small Cap Value ETF (AVUV), der sich auf sehr günstige Aktien konzentriert – das gesamte Portfolio weist nur ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 12 auf –, jedoch ausschließlich auf Unternehmen mit höherer Profitabilität abzielt.
Diese Kombination aus Wert und Qualität sei der richtige Weg, um in Small Caps zu investieren. Man behalte das überdurchschnittliche Renditepotenzial bei, während die Qualitätsausrichtung vorteilhafter sei, wenn man auf langfristiges Kapitalwachstum setzt. Da dieser Fonds aktiv gemanagt wird, kann er schnell auf veränderte Marktbedingungen reagieren.
Abrunden mit großen Wachstumsaktien
Wer bereit ist, kurzfristige Volatilität auszusitzen, findet auch bei Wachstumsaktien ein überdurchschnittliches Renditepotenzial. Der Schwab U.S. Large-Cap Growth ETF (SCHG) bietet eine unkomplizierte Möglichkeit, in dieses Thema zu investieren. Er umfasst rund 200 Aktien, die nach sechs fundamentalen Faktoren gefiltert wurden, darunter Umsatz- und Gewinnwachstum. Die jährlichen Kosten betragen lediglich 0,04 Prozent.
Ein Punkt, auf den es aktuell bei Wachstumsfonds zu achten gilt, ist ihre hohe Allokation im Technologiesektor sowie die Überlappung mit dem S&P 500. Langfristig wird sich dieses Portfolio jedoch stets dorthin entwickeln, wo gerade großes Wachstum generiert wird. Diese Flexibilität macht ihn zu einer starken Gelegenheit, solange man über Jahre hinweg investiert bleibt.
Fazit für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger, die ein langfristiges Portfolio aufbauen möchten, zeigt das Beispiel eine einfache Struktur: ein breiter Markt-ETF als Basis, ergänzt um Dividenden-, Small-Cap-Value- und Growth-Positionen. Entscheidend sind dabei die niedrigen Kosten und die breite Diversifikation. Anleger sollten beachten, dass US-ETFs in Deutschland über Broker handelbar sind, wobei steuerliche und währungsspezifische Aspekte zu berücksichtigen sind.
