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Fed-Sitzung im Oktober: Märkte zweifeln an weiterer Zinserhöhung

Trotz überraschend hoher Inflation im September preisen Futures-Händler mehrheitlich keine Zinserhöhung der Fed im Oktober ein.

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Fed-Sitzung im Oktober: Märkte zweifeln an weiterer Zinserhöhung

Das US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics) hat in der vergangenen Woche den neuesten Bericht zum Verbraucherpreisindex (CPI) veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, dass die Inflation im September deutlich höher ausfiel als erwartet. Die sogenannte Headline-Inflation, die auch Lebensmittelpreise und Energiekosten einschließt, stieg im September um 3,7 Prozent im Jahresvergleich und legte gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent zu. Klammert man Lebensmittel und Kraftstoffe aus – die sogenannte Kerninflation –, lagen die Preise im Jahresvergleich bei einem Anstieg von 2,6 Prozent und gegenüber August bei 0,3 Prozent.

Diese Werte lagen über den allgemeinen Prognosen. Zudem fielen die September-Zahlen höher aus als die des Vormonats August. Das deutet darauf hin, dass sich die Inflation aufheizt und nicht abkühlt – sie bewegt sich also in die falsche Richtung. Für die Notenbank ist das ein unangenehmes Signal, denn ihr erklärtes Ziel ist eine Inflationsrate von 2 Prozent.

Die Inflationsdaten legen nahe, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung des geldpolitischen Ausschusses am 27. und 28. Oktober eine zweite Zinserhöhung in Folge durchführen könnte. Die Fed hatte ihren Leitzins im September um einen viertel Prozentpunkt angehoben. Die meisten Beobachter der Fed erwarteten damals, dass dies der erste Schritt einer ganzen Reihe von Zinserhöhungen sein würde, mit denen die Inflation näher an das Ziel der Fed von 2 Prozent herangeführt werden soll.

Anleihe- und Futures-Händler wetten nicht auf eine Erhöhung im Oktober

Die Märkte für Anleihen und Futures sind jedoch nicht davon überzeugt, dass der unerwartet hohe Inflationswert für September tatsächlich eine Zinserhöhung durch die Fed auslösen wird – zumindest noch nicht. Futures-Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von 85,1 Prozent dafür ein, dass die Fed den Leitzins (Federal Funds Rate) bei der Oktobersitzung unverändert in einer Spanne zwischen 3,75 Prozent und 4 Prozent belässt. Der Möglichkeit, dass die Fed ihre Zinserhöhungen erst bei ihrer letzten Sitzung des Jahres Anfang Dezember wieder aufnimmt, messen die Futures-Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 74,1 Prozent zu.

Die Anleihemärkte scheinen den Futures-Händlern zuzustimmen. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe, die im September auf 4,93 Prozent gestiegen war, ist seither auf 4,73 Prozent gesunken. Das ist insofern bedeutsam, als die zweijährige Rendite am empfindlichsten auf Änderungen des Leitzinses reagiert. Fällt sie, deutet dies auf geringere Erwartungen an künftige Zinserhöhungen hin.

Dennoch liegt die zweijährige Rendite weiterhin deutlich über dem aktuellen Zins der Fed. Das wiederum deutet darauf hin, dass Anleiheinvestoren davon ausgehen, dass dieser Zins irgendwann steigen wird. Auch die Futures-Händler teilen diese Einschätzung: Sie preisen eine Chance von 65 Prozent dafür ein, dass es bis Ende 2027 zu mindestens drei Erhöhungen um jeweils einen Viertelpunkt kommt. Damit würde der Leitzins in eine Spanne zwischen 4,5 Prozent und 4,75 Prozent steigen – genau dort, wo die zweijährige Rendite derzeit steht.

Bedeutung für den Aktienmarkt

Diese Entwicklung ist auch für die Aktienmärkte relevant. Untersuchungen von Charles Schwab und anderen zeigen, dass der Aktienmarkt deutlich besser abschneidet, wenn die Fed bei Zinserhöhungen langsamer vorgeht, als wenn sie ihren Zeitplan für Zinserhöhungen beschleunigt. Ein behutsames Vorgehen der Notenbank wirkt sich also tendenziell günstiger auf die Kursentwicklung aus als ein forciertes Tempo.

Der Autor des zugrunde liegenden Beitrags hat Kevin Warsh, den neuen Vorsitzenden der Fed, seit dessen Amtsübernahme im Mai dieses Jahres aufmerksam beobachtet und ihm zugehört. Sein Eindruck: Warsh wirke wie ein „Incrementalist“, also jemand, der schrittweise und vorsichtig vorgeht. Für Investoren ist diese Einschätzung von Bedeutung, denn sie spricht dafür, dass die Fed den eingeschlagenen Kurs eher maßvoll als aggressiv fortsetzt.

Für deutsche Anleger lohnt sich der Blick auf die US-Notenbank gleich doppelt: Die Fed-Politik beeinflusst nicht nur die Wall Street, sondern über den Dollar und die globalen Kapitalströme auch die europäischen Märkte. Bleibt die Fed im Oktober tatsächlich untätig, könnte das die Erwartungen an eine weniger straffe Geldpolitik stützen – ein Szenario, das Anleger weltweit genau verfolgen dürften.

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