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Goldman und Evercore werben mit „Forever Funds" für Private Equity

Mehrere Investmentbanken sondieren Anlegerinteresse an Evergreen-Strukturen, die Private-Equity-Häuser länger halten sollen.

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Goldman und Evercore werben mit „Forever Funds" für Private Equity

Die Goldman Sachs Group Inc. und Evercore Inc. sondieren das Interesse von Anlegern an einer Fondsstrategie, die Private-Equity-Unternehmen dabei unterstützen könnte, Vermögenswerte über deutlich längere Zeiträume zu halten. Das berichtet Bloomberg Europe unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte „Evergreen Continuation Vehicles" – dauerhaft angelegte Fortführungsvehikel, die eine Alternative zu klassischen Private-Equity-Fonds darstellen könnten.

Neben Goldman Sachs und Evercore werben nach Angaben der Quellen auch Banker der Jefferies Financial Group Inc., der Raymond James Financial Inc. und der Lazard Inc. für diese Strukturen. Die Institute testen demnach Konstruktionen, die auf ausgewählte Anleger attraktiv wirken könnten. Die Gespräche mit mehreren großen Private-Equity-Häusern laufen bereits, hieß es weiter.

Was hinter Evergreen-Strukturen steckt

Der Begriff „Evergreen" steht im Finanzjargon für Anlagevehikel ohne festes Enddatum. Während herkömmliche Private-Equity-Fonds typischerweise eine begrenzte Laufzeit haben und nach einigen Jahren wieder geschlossen werden, sind Evergreen-Fonds auf eine dauerhafte Fortführung angelegt. Anleger können dabei in der Regel zu festgelegten Zeitpunkten ein- und aussteigen, statt auf einen festen Liquidationszeitpunkt warten zu müssen.

Continuation Vehicles wiederum sind Fortführungsvehikel, mit denen ein Fonds Vermögenswerte aus einem auslaufenden Fonds in eine neue Struktur überträgt, anstatt sie zu verkaufen. Kombiniert mit einem Evergreen-Ansatz könnten solche Vehikel es Private-Equity-Managern ermöglichen, Beteiligungen über deutlich längere Zeiträume im Portfolio zu behalten. Genau diese Möglichkeit steht laut Bloomberg im Zentrum der aktuellen Sondierungsgespräche.

Für die beteiligten Banken geht es darum, frühzeitig Positionen in einem potenziell wachsenden Marktsegment zu besetzen. Die Institute treten bei solchen Transaktionen üblicherweise als Berater, Strukturierer oder Platzierer auf und verdienen an den entsprechenden Gebühren. Dass gleich mehrere namhafte Häuser – von Goldman Sachs über Evercore bis Lazard – parallel aktiv sind, deutet auf ein gestiegenes Interesse der Branche an diesem Modell hin.

Bedeutung für den Private-Equity-Markt

Für deutsche Anleger ist der Trend insofern relevant, als Evergreen-Strukturen auch hierzulande zunehmend diskutiert werden. Lange Haltedauern können für Investoren Vor- und Nachteile haben: Einerseits erlauben sie Managern, Wertsteigerungen über längere Zeiträume zu realisieren, statt unter Verkaufsdruck zu geraten. Andererseits binden sie Kapital länger und erschweren die Bewertung, weil es weniger Vergleichstransaktionen gibt.

Die aktuellen Gespräche befinden sich nach Darstellung der Quellen noch in einer frühen Phase. Konkrete Volumina, Konditionen oder Namen der beteiligten Private-Equity-Häuser wurden nicht genannt. Bloomberg zufolge handelt es sich bislang um Sondierungen und Tests von Strukturen, nicht um abgeschlossene Vereinbarungen.

Ob sich das Modell durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie ausgewählte Anleger – etwa Pensionskassen, Versicherer oder Family Offices – die neuen Vehikel annehmen. Klar ist: Mit Goldman Sachs, Evercore, Jefferies, Raymond James und Lazard haben gleich fünf Institute das Thema auf dem Radar. Das signalisiert, dass die Branche nach neuen Wegen sucht, um Kapital längerfristig an Private-Equity-Strategien zu binden.

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