Vail Resorts: Skipass-Verkäufe brechen ein – schwieriger Winter droht
Der US-Skiresort-Betreiber meldet 12 Prozent weniger verkaufte Pässe und einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang.

Die Anzeichen deuten auf einen weiteren schwierigen Winter für Vail Resorts (MTN) hin. Der Betreiber von Skigebieten in Nordamerika verkaufte bis zum 18. September für die kommende Skisaison 12 Prozent weniger Pässe als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der verkauften Skitage sowie die Pass-Einnahmen, die Verkaufs- und Umsatzsteuern beinhalten, gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.
Die Aktie reagierte zunächst positiv: Der Kurs stieg um 1,45 Prozent, wobei sich charttechnisch ein aufwärts gerichtetes Dreieck abzeichnet. Im regulären Handel schlossen die Papiere mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 138,09 US-Dollar. Nachbörslich drehte die Stimmung jedoch und die Vail-Aktien verloren 2 Prozent an Wert.
Umsatz und Gewinn unter Druck
Für das Gesamtjahr sank der von den Resorts gemeldete Umsatz von Vail um 131,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise um 4,5 Prozent. Das Unternehmen führt diesen Rückgang primär auf den schneearmen Winter im Westen der USA zurück. Der Gewinn des gesamten Geschäftsjahrs, der nach Börsenschluss am Montag bekannt gegeben wurde, lag nahezu bei der Hälfte des Vorjahresniveaus.
Die Zahlen verdeutlichen, wie stark das Geschäftsmodell von Vail Resorts von den Wetterbedingungen abhängt. Wenig Schnee bedeutet weniger Skitage, geringere Auslastung und damit sinkende Einnahmen aus Pässen und dem Betrieb der Resorts. Der Rückgang bei den Passverkäufen für die kommende Saison deutet darauf hin, dass Kunden angesichts der enttäuschenden vergangenen Saison zurückhaltender buchen.
Bedeutung für Anleger
Für deutsche Privatanleger, die in US-Skiresort-Aktien investiert sind oder ein Investment erwägen, sind die gemeldeten Zahlen ein wichtiger Indikator. Der Umsatzrückgang von 4,5 Prozent und der nahezu halbierte Jahresgewinn zeigen, dass die operative Entwicklung zuletzt deutlich an Schwung verloren hat. Gleichzeitig bleibt die Aktie volatil: Einem freundlichen Handelstag folgte ein nachbörslicher Kursverlust von 2 Prozent.
Die Kombination aus schwachen Vorverkaufszahlen und einem bereits belasteten Gesamtjahr macht deutlich, dass Vail Resorts vor erheblichen Herausforderungen steht. Ob sich der Trend im weiteren Verlauf der Saison stabilisiert, hängt maßgeblich von den Schneebedingungen und der Buchungsbereitschaft der Kunden ab. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Passverkäufe und die Wetterlage in den westlichen US-Skigebieten aufmerksam verfolgen.
Die Aktie von Vail Resorts bleibt damit ein Beispiel dafür, wie stark wetterabhängige Geschäftsmodelle auf kurzfristige Klima- und Nachfrageschwankungen reagieren. Der aufwärts gerichtete Dreieck im Chart mag technisch auf eine mögliche Trendwende hindeuten – die fundamentalen Zahlen liefern bislang jedoch wenig Rückenwind.
