Usbekistan hält Leitzins bei 14% – Straffung möglich
Die Zentralbank Usbekistans signalisiert angesichts hartnäckiger Inflation und externer Risiken eine härtere Geldpolitik.

Die Zentralbank der Republik Usbekistan hat ihren Leitzins auf ihrer Sitzung am Mittwoch unverändert bei 14,00% belassen. Gleichzeitig verschärfte die Notenbank jedoch merklich ihren geldpolitischen Ton und signalisierte mögliche weitere Zinserhöhungen. Dies markiert eine deutliche Abkehr von der noch im Januar kommunizierten Bereitschaft zur bedingten Lockerung.
Der Disinflationsprozess in Usbekistan ist ins Stocken geraten. Die Gesamtinflation der Verbraucherpreise verharrte im Februar stabil bei 7,3% gegenüber dem Vorjahr. Besorgniserregender ist jedoch die Kerninflation, die sich von 5,7% im Dezember 2025 auf 6,3% im Jahresvergleich beschleunigt hat.
Inflationserwartungen dauerhaft erhöht
Die Zentralbank stellte fest, dass die Inflationserwartungen sich nicht wie erhofft stabilisieren, sondern dauerhaft auf erhöhtem Niveau verbleiben. Das externe Umfeld gilt zunehmend als inflationsfördernd: Geopolitische Spannungen treiben die weltweiten Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe und erhöhen das Risiko importierter Inflation für das zentralasiatische Land.
Zusätzlich belastet eine starke Binnennachfrage die Preisstabilität. Die Kombination aus externem Inflationsdruck und robuster inländischer Nachfrage deutet laut Notenbank darauf hin, dass die restriktiven Zinssätze möglicherweise länger als bisher erwartet beibehalten werden müssen.
Die Erklärung vom März enthält nun erstmals explizit den Hinweis, dass die Geldpolitik weiter gestrafft werden könnte, sollten sich die identifizierten Risiken konkretisieren. Für Investoren und Beobachter zentralasiatischer Märkte ist dies ein klares Signal: Eine baldige Zinssenkung in Usbekistan ist vorerst vom Tisch.
